Die heilende Kraft der Musik

„Ohne Musik kann ich nicht leben“. Diesen Satz hat man entweder schon einmal selber gesagt oder zumindest gehört. Für viele Menschen ist Musik ein wichtiger oder sogar der wichtigste Teil ihres Lebens. Und das aus gutem Grund: Sie unterhält, verbindet und sorgt für seelische Ausgeglichenheit. In allen Teilen dieser Welt gibt es eine Form von Musik, die Menschen mit Gesang oder verschiedenen Instrumenten unabhängig voneinander ins Leben gerufen haben. Neben heilenden psychischen Effekten kann sich Musik auch positiv auf die körperliche Gesundheit auswirken. Was sie alles bewirken kann und wie sie unseren Alltag bereichert, habe ich mir mal näher angesehen.

Musik zum Meditieren

Erst vor kurzem haben wir über die Arte-Doku „Zen die Kunst der Meditation“ berichtet. Im Zusammenhang mit Selbstachtsamkeit ist Meditation in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Dies ist unter anderem auf die vielen Meditations-Apps zurückzuführen, die man sich auf das Smartphone downloaden kann. Obwohl man auch ohne Musik meditieren kann, dienen bestimmte Klänge und Melodien als wichtige Meditationshilfen. Mit der richtigen Meditationsmusik kann sich der Geist besser entspannen und der Herzschlag reguliert werden. Auch gleichmäßige Geräusche, die durch Instrumente wie Gongs erzeugt werden, oder beruhigende Gesänge (Chanting) helfen Meditierenden dabei, sich auf den Moment zu konzentrieren. 

Musik als Konzentrationshilfe

Viele Menschen nutzen bestimmte Musik, um ihre Konzentration gezielt zu steigern. Beste Beispiele sind hier Pokerspieler, Studenten beim Lernen oder Chirurgen, die komplizierte Operationen durchführen müssen. Dabei kommt klassische Musik ohne Gesang besonders häufig zum Einsatz. Durch ein Experiment stellte sich sogar heraus, dass Stücke von Mozart das räumliche Vorstellungsvermögen verbessern können. Dies nennt man auch den sogenannten Mozart-Effekt. Wer kein Klassik-Fan ist, sollte sich Lieder mit 56 bis 64 Schlägen pro Minute anhören. Denn dies entspricht dem Herzschlag-Rhythmus eines Menschen, der völlig entspannt ist. Des Weiteren kann angenehme Hintergrundmusik mit Naturgeräuschen die Konzentration fördern.

Musik in der Schmerztherapie

Dass mit der richtigen Musik Schmerzen gelindert werden können, ist nichts Neues. Seit Jahrhunderten setzen etliche Naturvölker heilende Klänge für therapeutische Zwecke ein. Im alten Griechenland galt das aktive Singen als effektive Heilmethode, die bei Gichtschmerzen eingesetzt wurde. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die physiologische Wirkung von Musik dann durch viele Experimente offiziell dokumentiert. Dabei stellte sich heraus, dass Musik nicht nur depressive Stimmungen lindern kann, sondern auch körperliche Schmerzen, die im Zusammenhang mit Krebserkrankungen, chirurgischen Eingriffen oder schwierigen Geburten stehen. Heutzutage gibt es sogar bestimmte Programme, mit denen man sich zum Musiktherapeuten ausbilden lassen kann.

Musik gegen Alzheimer

Neurowissenschaftler wissen schon lange, dass Musik Demenzkranken dabei helfen kann, Erinnerungen am Leben zu halten. So sollten Angehörige Playlisten erstellen, die Lieder aus der Vergangenheit des Betroffenen beinhalten. Dabei muss man natürlich genau wissen, welche Lieder positive Gefühle hervorrufen. Noch effektiver wirkt Musik gegen Alzheimer, wenn man selber musiziert. Dies verbessert die geistige Fitness genau so, als würde man eine neue Sprache lernen. Obwohl viele Menschen im Alter vor dem Erlernen neuer Fähigkeiten zurückschrecken, gibt es kaum einen besseren Zeitpunkt. Natürlich dauert es etwas länger bis man diese neuen Fähigkeiten beherrscht. Doch genau dieser Lernprozess hilft gegen Vergesslichkeit und anderen Alterserscheinungen.

Musik für die Gemeinschaft

Musik verbindet Menschen auf der ganzen Welt und setzt sich über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg. Dieses Phänomen lässt sich besonders auf Konzerten beobachten, auf denen das Publikum überwältigende kollektive Emotionen erleben kann. Auch gibt es etliche Fanclubs, in denen Menschen ihre musikalische Leidenschaft miteinander teilen und so Freundschaften aufbauen. Musik als Kunstform kann genau die Gefühle ausdrücken, die andere empfinden und so eine einzigartige Verbindung schaffen. Studien belegen außerdem, dass sich Menschen, die in Gruppen musizieren, allgemein als glücklicher und zufriedener einschätzen. Das liegt daran, dass sie sich als ein Teil eines Ganzen fühlen. Das Musizieren im Allgemeinen hilft außerdem dabei, im Moment zu leben und die Sorgen des Alltags zu vergessen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Musik nicht nur zur bloßen Unterhaltung dient, sondern auch gezielt für das eigene Wohlbefinden eingesetzt werden kann. Man muss nur genau wissen, welche Art Musik welche Effekte erzeugt

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