Bemerkenswerte Berliner Straßenkunst

Die Kunstkritikerin Emilie Trice hat Berlin als „Graffiti-Mekka der urbanen Kunstwelt“ bezeichnet. UNESCO ernannte die Stadt zur „City of Design“. Berlin ist ein Zentrum der Street Art, insbesondere in den hippen Stadtteilen Friedrichshain und Kreuzberg. Aber diese konzentrierte Ballung von Graffiti-Kunst bedeutet, dass man häufig 1000 Möchtegern-Banksys sieht, bevor man ein wirklich bemerkenswertes Werk entdeckt.

Glücklicherweise haben wir die harte Arbeit bereits erledigt:

Kunst an der Berliner Mauer (Überbleibsel der Mauer am Potsdamer Platz sowie an der Mühlenstraße und Bernauer Straße)

Die Berliner Mauer, die errichtet worden war, um West- von Ost-Berlin zu trennen, wurde schon bald zur größten Leinwand der Welt – der ideale Ort für kreative Berliner, um sich künstlerisch auszudrücken. In den 80er Jahren war die Westseite der Mauer dann völlig mit Graffiti bedeckt und zur Touristenattraktion avanciert, während Ostseite unberührt blieb. Obwohl der Großteil der Mauer heute nicht mehr existiert, findet man an den verbleibenden Teilen auch heute noch Graffiti – so zum Beispiel dieses recht neue psychedelische Wandbild.

Take off Your Mask – BLU (Kreuzberg)

Der geheimnisumwobene italienische Künstler Blu lebte ab Mitte der 2000er Jahre einige Jahre in Deutschland und kreierte dort viele seiner bekanntesten Werke. Blus Graffiti tauchte im hippen Multikulti-Viertel Kreuzberg auf, wo viele Studenten wie beispielsweise jene der ESL Schools lebten. Dieses Werk an einem Kreuzberger Gebäude zeigt zwei Männer, die sich gegenseitig die Masken vom Gesicht reißen – Blus symbolträchtige Interpretation der Wiedervereinigung Berlins.

Lindas Ex – Roland Brückner (verschiedene Berliner Locations)

Im Jahr 2003 erschienen an den Hauswänden Berlins Poster, die todunglückliche männliche Figuren zeigten, und deren Kern dieselbe Frage war: „Wo ist Linda?“. Offenbar versuchte Lindas Ex mithilfe verschiedener verzweifelter und flehentlicher Nachrichten, mit seiner Verflossenen Treffen in Bars zu arrangieren. Je mehr Poster auftauchten, desto mehr stieg das Interesse der Berliner; Trittbrettfahrer kreierten ihre eigenen Poster und baten Linda darum, ihren Aufenthaltsort preiszugeben und ihrem niedergeschlagenen Ex noch einmal eine Chance zu geben. Doch dieses Phänomen, das die Herzen vieler Berliner erobert hatte, stellte sich letzten Endes als cleveres Projekt des Künstlers Roland Brückner heraus.

Cement Eclipses – Isaac Cordal (verschiedene Berliner Locations)

Isaac Cordal ordnet seine kleinen Zementfiguren in grauen Anzügen in tragikomischen Positionen an: mürrisch Schlange stehend, trauernd, kämpfend oder unter Wasser. Cordal hat seine Werke an vielen verschiedenen Orten der Welt ausgestellt; das oben gezeigte Beispiel ist in Berlin zu finden. Der Künstler beschreibt es so: „Der Mensch wird zum Teil des urbanen Mobiliars.“

Mentalgassi (verschiedene Berliner Locations)

Mentalgassi – ein geheimnisvolles Berliner Kunstkollektiv – verzaubert gewöhnliche urbane Landschaften mit überraschenden und witzigen Details. Alltägliche Elemente des Straßenbilds wie Wasserkasten, Brüstungen, Laternenmasten oder Parkscheinautomaten werden in unverkennbarer Mentalglassi-Manier mit humorvollen Schwarzweißfotos von Gesichtern beklebt. Diese Recycling-Tonne mit dem bärtigen Mann ist eines von vielen Beispielen, auf die man überall in Berlin völlig unerwartet treffen kann.

Vermibus Werbeplakate (verschiedene Berliner Locations)

Der Berliner Künstler Vermibus bearbeitet normale Werbeplakate (häufig von Models wie Kate Moss) in seinem Studio und bringt sie dann zur Erheiterung der Passanten an den ursprünglichen Fundort zurück. Vermibus’ Arbeiten haben vor allem nach der im Internet als Sensation gehandelten unabsichtlichen Zerstörung des Freskos „Ecce Homo“ von Elías García Martínez durch eine wohlmeinende Amateur-Restaurateurin neue Bedeutung erlangt.

Die genannten Beispiele sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Hier ist eine kleine Auswahl anderer fantastischer Werke in Berlin:

In Prenzlauer Berg entdeckt.

Ein weiteres bemerkenswertes Werk in Prenzlauer Berg.

Dieses Design der Low Bros ist in Friedrichshain (RAW-Tempel) zu finden.

Noch ein Schmuckstück in Friedrichshain (RAW-Tempel).

Dieses Bild ist an der Ecke Görlitzer Straße und Falckensteinstraße in Kreuzberg zu bewundern.

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