Wie ich auf der re:publica 2010 zum eigenen Panel zu spät kam

[PS: dieser Beitrag ist „sticky“, die Neueren sind unter diesem…]


(Bild vom Thang geklaut)

Und gleich noch eine schlechte Nachricht hinterher: einen Film hab‘ ich auch nicht mitgebracht. Aber der Reihe nach: nein, ich habe nicht bewusst mit meinem „Faulancerism“ kokettiert und bin absichtlich fast 15 Minuten zu spät gekommen, ich habe Berlin ganz einfach schon wieder unterschätzt. Die Stadt hasst mich nämlich. Der Ein oder Andere wird sich erinnern: Berlin war ja mal zwei Berlins. Und so kommt es, dass auch Strassennamen partiell doppelt vergeben sind. Bei der Johannisstraße ist das aber nicht so, da war ich schlau, da hab ich vorher recherchiert. Hilft nur nichts, wenn man dann „Johannesstrasse“ ins Navi tippt und mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit der einzige Volldepp von 2.700 re:publica-Besuchern war, der statt vor der Kalkscheune irgendwo vor einem Altenheim gelandet ist. 20km a.k.a. 35 Minuten entfernt. Um 11.30h. Mit kinskiöser Mordslustlaune erreichte ich um 12.10h dann die Location, parkte natürlich im absoluten Halteverbot direkt vor dem Eingang, rannte ohne mich zu akkreditieren direkt in den „Blauen Salon“ und durfte mit großer Freude feststellen, dass vermutlich noch keiner vorzeitig und verärgert den Bumms verlassen hat. Stattdessen war es sogar sehr gut besucht, da hatte ich ehrlich nicht mit gerechnet; von daher auch nochmal ein dickes DANKESCHÖN an alle die Zuhörer! Aber die Kamera; die vergass ich in der Hektik in der Tasche. Wie es lief? Ich fand’s okay, hatte ja auch gar keine Zeit für etwaiges Lampenfieber oder so, und die technischen Hürden konnten auch schnell genommen werden. Hier mal ein paar Auszüge von dem, was die Panelbesucher schruben:

His Winkelness ist sicherlich die größte Rampensau der deutschen Bloggeria und blieb sich treu: Der winzige Blaue Salon war seit zehn Minuten gerammelt voll, ich überlegte kurz, à la Blues Brothers ein rhytmisches “Wir-wollen-die-Show!” anzustimmen, und dann kam er auch schon: direkt aus Kiel, natürlich standesgemäß im absoluten Halteverbot geparkt […] Wie man vom Bloggen leben kann, ohne sich ein Bein auszureißen? Das dürfte auch MC Winkel nicht wissen, denn er ist verdammt rührig, auch wenn es nach Nichtstun aussehen soll. Aber das ist ja immer so bei großen Sportlern: Die scheinbare Leichtigkeit ist nur durch hartes Training zu erreichen. „Spacken sind doch die interessanteren Menschen“ sagt er, und hat Recht damit. […] (Kiki/e13.de)

So „winzig“ war der Salon nun auch wieder nicht, so 100 Leute passen da gut rein. Aber auf der Abschlussparty hab‘ ich ja noch kurz mit Johnny gesprochen: nächstes Jahr dann im „Quatsch Comedy Club“ (wo ich übrigens den Vortrag „Warum das Internet scheiße ist“ von Felix hören durfte, welcher wirklich sehr, sehr geil war!), wie er mir beim Bier zusagte. Ich hoffe, er weiß es noch. :) Und dann der liebe Huck von Stijlroyal.de, guckt mal was der schreibt:

Die beiden besten Sessions waren für mich die von Peter Kruse, ich erwähnte es bereits und »Aus dem Leben eines Faulancers / How to make a living aus dem Blog« von McWinkel. Das mit Kruse, ist glaube ich klar, das haben viele sehr positiv bewertet, aber wie wichtig kann so ein Schein-Schlurie wie McWinkel denn sein? Schließlich hat er weder einen Lehrstuhl inne, noch scheinen hehre Ambitionen seinen Lebensweg zu ebnen. Aber Winkelsen griff ein Thema auf, das ja eigentlich das nächste und übernächste ganz große Ding sein muss: Wie verdiene ich denn nun wirklich Geld mit dem Internet? […] Mathias Winks hielt dazu alles andere als einen wissenschaftlichen Vortrag, aber er machte deutlich, dass man vielleicht nicht auf den einen ganz großen Anzeigenkunden warten muss. Die Dinge zersplittern. Man wird womöglich in Zukunft eher von einer Anzahl kleiner Jobs sein Leben finanzieren müssen, es wird gepatchworked werden. (stijlroyal.de)

Siehste! :) Ich wurde anschließend von Leuten gefragt, die nicht vor Ort waren, über was ich denn so referiert hätte. „Na über sich selbst, wie immer!“, kürzte Nilz das dann oft für mich ab. Er hat ja recht, aber ich kann ja auch nur aus meiner subjektiven Sichtweise berichten. Schließlich habe ich meine Nische gefunden – und das wollte ich einfach mal erzählen. Wie nun Jeder vom Bloggen leben kann/soll und ob das bei mir überhaupt längerfristig klappen wird, dass weiß ich nicht. Ich kann halt auch nur den Tipp geben, sich etwas Spezielles für sein Blog zu überlegen. So Linkschleuder-Content-Overkill-Blogs wie Nerdcore (no diss!) gibt es inzwischen zu Tausenden. Und dass nicht Jeder so einen selbstdarstellerischen Mitteilungsdrang, gekoppelt mit größenwahsinniger Egozentrik für das erstellen mittelspackiger Vlogs haben kann, sollte auch klar sein. Also überlegt Euch was, seid einzigartig. Auch Pallenberg erzählte, er würde an die Nische glauben – und hört Euch mal seine Zahlen an.

Wie dem auch sei – die re:publica 2010 hat mich sehr positiv überascht, auch wenn ich nur einen Tag da war. Es war super, so viele alte Bekannte wiederzusehen und es war super, endlich die ganzen neuen, frischen Blogger (und Bloggerin) kennengelernt und für so sympathisch gehalten zu haben, wie man es sich ohnehin schon dachte. Vielen, vielen Dank von dieser Stelle aus nochmal an die Organisatoren der re:publica, Johnny, Tanja, Markus und Andreas – wir sehen uns spätestens nächstes Jahr!
___
[Ich hab‘ jetzt ganz sicher eine Menge Leute vergessen/nicht verlinkt – hab‘ jetzt nur die die genommen, die schon ‚was geschrieben haben. Wer möchte: Content/links gerne in die Kommentare!]

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Kommentare

24 Antworten zu “Wie ich auf der re:publica 2010 zum eigenen Panel zu spät kam”

  1. Es heisst „schroben“, Emser. Schroben. Nicht „schruben“.

    Röschenhof.

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  2. Marcel sagt:

    War absolut großartig, hab sauviel gelacht. Man sieht sich beim nächsten Pseudoklassentreffen!

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  3. Gilly sagt:

    Ach du warst zu spät? Von der Kinski-Laune habe ich auch nichts mitbekommen. Hast also beides gut überspielt ;)

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  4. honki sagt:

    Ich wollte hier jetzt ein Haufen nööö und sonst was für negative Wörter bringen um meiner Enttäuschung hier mal Ausdruck zu verleihen das ausgerechnet DAS Video zum Vortrag von MC Winkel nicht zu stande kam. Ich hatte mich echt tierisch darauf gefreut, aber irgendwie verleiht es dieser ganzen Geschichte ja dann auch etwas exklusiveres. So ist es eben nur eine Hundertschaft von Menschen die das Winkelsche Wissen des Faulancertums gelehrt bekommen haben. Schade. Aber Grund genug dann nächstes Jahr mal vorbei zu schauen und dann vielleicht auch mal Hands zu shaken oder was man im Jahr 2011 so macht um sich zu begrüßen. Warste denn bei all dem Stress wenigstens nervös? ;)

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  5. jo sagt:

    @Honki: Exklusiveres??? Ich glaub’s ja wohl. Ihr 100 Auserwählten habt nicht nur den Auftrag, sondern die gottverdammte Pflicht, euer Wissen zu teilen!!!

    Verbreitet das Word(? Schreibweise wg. Streetcredibility gewählt) und werdet zu – aeh – Menschenfischern (? um mal ein bewährtes Konzept zu übernehmen, man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden. Und 100 ist ja auch besser als 13)!!!

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  6. G.B. sagt:

    „der einzige Volldepp von 2.700 re:publica-Besuchern war, der statt vor der Kalkscheune irgendwo vor einem Altenheim gelandet ist.“

    warst du nicht. ich war am mittwoch sogar noch drinnen und habe nach der republica gefragt.
    ps: komme aus potsdam :D

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  7. Lyric sagt:

    Ich finde das alles überhaupt nicht schlimm, Herr Winkelsen. Dieses Aschloch aus Island ist doch an allem schuld. BTW: Könnte ich mir Ihren Jet für ein paar Tage leihen?

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  8. Als inoffizieller Berliner Bier-Sponsor möchte ich an dieser Stelle auch meinen Senf los werden. Zwar hat der gute MC keine Geheimnisse verraten, er hat uns jedoch einen humorvollen, kurzweiligen Vortrag mit etlichen Lachern geboten. Halt ein echtes Original …

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  9. ixiter sagt:

    War die Karre denn am Ende abgeschleppt oder wenigstens mit nem saftigen Knöllchen verziert .. also damit der Tag auch rund endet?

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  10. Toby sagt:

    zu spät, zu spät, zu spät, zu spät!
    Wie keine Geheimnisse :) Wann klappt ihr denn euer nächstes Standbein Lupscows aus? Excited!

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  11. feronia sagt:

    Also das hätte ich gern gesehen, aber sowas wird es doch sicher nochmals geben, oder?

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  12. Marco sagt:

    Dein Vortrag war wirklich ziemlich geil… Zwar weiß ich jetzt nicht, wie man vom Bloggen leben kann, aber ich lachte viel und das war in dem Moment noch ein bisschen mehr wert ;)

    Es hat mich aber vor allem auch gefreut, dich mal live zu erleben… (Erleben ist da wirklich das richtige Wort, wenn man so an die Party denkt :D)

    Super wars! :)

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  13. caschy sagt:

    Mal gut, dass du mich nicht erwähnt hast ;)

    Ey! In echt sieht der Winkel aus wie 45!

    ;)

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  14. Thang sagt:

    Die Falten machen sich echt langsam bemerkbar…der Emser is halt nicht mehr der Jüngste ;)

    Aber der Vortrag war wirklich köstlich, mein lieber Scholli :)

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  15. FelixN sagt:

    wie ich hörte sind die grüße angekommen – der ipod übrigens noch nicht…

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  16. MC Winkel sagt:

    @Ingo Vogelmann: Ah, und ich hatte noch überlegt, ob nicht vllt. sogar „schröben“. Aber dann ist ja gut. :)
    @Marcel: FJEDEN! :)
    @Gilly: Hehe, jo, als ich sah, dass Ihr alle da ward, war’s dann auch schlagartig okay!
    @honki: Naja, im Grunde hab ich kurz erläutert, wie ich mir meine Miete zusammenstelle und die Best-Ofs von 2005 – jetzt als Video angerissen. War natürlich alles ziemlich geil und derbe für jeden, der da sein durfte. Aber naja. :)) (ne, ehrlich, für Dich wäre da wenig Neues dabei gewesen, denke ich!)
    @jo: Wer hatte 13? Und ja, sorry, nächstes Mal konzentriere ich mich mehr und vergesse die Cam nicht. :)
    @G.B.: Ohne Shice? WIRKLICH OHNE SHICE?! Das beruhigt mich fast ein wenig… *lol*
    @Lyric: … der befindet sich gerade auf Gran! :) (btw., auch „Aschewolke“-Fan bei Facebook? :))

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  17. MC Winkel sagt:

    @Phil v. Sassen: Dankesehr! Auch für das Pils, am Vormittag und am Abend! :) (Aber Schnaps gab’s nicht noch, oder? Weiß das nicht mehr…)
    @ixiter: Weder noch. Hab‘ die aber noch umgeparkt. Und auf dem Scheißparkplatz in Mitte für die kurze Zeit 9 € gezahlt. Dayum! (Dafür wurde ich auf dem Hinweg (sogar noch in KIEL!) geblitzt. Aber nur max 10kmh zu schnell, hab die noch gesehen…)
    @Toby: Arbeiten unter Hochdruck am Shop. Aber so viele offenen Baustellen gerade… und so tolles Wetter. Und so tolle Veranstaltungen (am WE ist erstmal baltic-soul.de)…
    @feronia: Ganz bestimmt. Aber nicht in Kiel, hier versteht das nie Einer.
    @Marco: OMG, wie lange warst Du noch da? Auch bis zum Schluss, oder? Am Ende war’s ziemlich schlimm, oder? :))
    @caschy: Dicker, a) hab‘ ich doch Niemanden von den „alten“ Bekannten (btw. „alt“: was caschy’rst Du eigentlich mit Deiner Cap?! :)) verlinkt und b) hast Du doch auch nix über die republica geschrieben… zumindest nicht bis gestern Abend… Und wg. 45: mindestens 50! :) Und Du bist ja nur 1,10m groß in echt, war wirklich erschrocken! :)
    @Thang: FALTEN? Wo? :) (Naja, war halt immer Lebemann, nä.) Und Danke, Alder!
    @FelixN: jau, stimmt! Sehr nett, mein Lieber. Aber das mit dem iPod kann gar nicht sein – feronia hat Ihr Teil schon bekommen…

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  18. Donna sagt:

    … schade, aber 650km mit dem Auto waren einfach nicht drin. Und Flüge sind momentan ja schwierig! ;o) Aber scheint ja toll gewesen zu sein!

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  19. honki sagt:

    @MC Winkel: Mir wäre es ja auch weniger um den Inhalt sondern mehr um die Präsentation gegangen :)

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  20. Marco sagt:

    Jau, wir waren bis ganz zum Schluß da, bis und die Sicherheutsleute freundlich aber bestimmt zum Gehen ermuntern wollten, was wir aber gar nicht cool fanden. :D

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  21. Erdge Schoss sagt:

    Fantastisch, werter Herr Winkelsen!

    Hatten Sie die Kaltschale schon im Wagen in Betrieb
    oder wurde sie Ihnen erst im „Blauen Salon“ serviert?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

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  22. @Erdge Schoss: Die Kaltschale wurde direkt zum Vortrag im „Blauen Salong“ serviert.

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  23. anonym sagt:

    Also, mal was zu Berlin; ich wohne ja nun schon etliche Jahrzehnte in der Stadt.
    Daß es bestimmte Straßennamen nicht nur doppelt, sondern oft vielfach gibt (bis zu siebenmal etwa), hat nun überhaupt nichts damit zu tun, daß es mal zwei Berlins gab, sondern liegt einfach an der historischen Entwicklung; sprich: Früher, vor der Bildung Groß-Berlins im Oktober 1920, bestanden weite Teile der späteren Stadt einfach aus völlig eigenständigen Gemeinden (Charlottenburg z. B., usw.).

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  24. Ramón sagt:

    Also ich fands toll ;) und der nächste Schnaps geht auf mich.

    AntwortenAntworten

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