Altweibersommer

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature | 19.08.2013 um 09:00 Uhr

Nun gibt es ja jede Menge Männer, die unheimlich viele Gefälligkeiten einsetzen, um – nennen wir das Kind beim Namen – irgendwie zum Vögeln zu geraten. Da werden Blumen gekauft, Komplimente gemacht, ganz hoffnungslose Fälle kaufen sogar Musical-Karten. Muss ich kurz sagen: Musicals sind wirklich das Allerletzte, eine Beleidigung an jedweden Unterhaltungs-Anspruch, geschmackloser als Eiswürfelsuppe. Was ich aber eigentlich erzählen wollte: es gibt auch einige, wenige Typen, die den Gefälligkeits-/Herumvögel-Algorithmus komplett umgedreht haben und sich eben durch das Herumvögeln Benefits verschaffen. Einer davon war Hansen. Er vögelte seine Friseurin und bekam jahrelang kostenlose Haarschnitte Haarschnitts Frisuren. Er vögelte Event-Tanten und Barkeeperinnen und kam auf jede Gästeliste, er vögelte die Assistentin seines Vermieters, die Mitarbeiterin im T-Punkt, einmal sogar eine Taxifahrerin. Das waren jetzt vielleicht nicht alles sooo die Supereinsen, dennoch kannte ich Keinen, der mehr vögelte und weniger Ausgaben hatte.

Es war im Herbst 1992, wir saßen wie so oft am Vorabend in einer Wartehalle am Bahnhof und tranken … Sekt. Muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, wir saßen mit jeweils drei halben Holsten und einer Flasche Söhnlein Brilliant in unseren bunten Sakkos am Bahnhof. Wie unreflektiert konnte man nur jemals gewesen sein, wenn ich heute so einen wie mich damals sehen würde, ich würde mich bewusstlos lachen. Ein weiteres Problem war die Frage nach der upcoming Lokalität, ich hatte gerade Hausverbot in meinem Stammclub bekommen und hatte keine Ahnung, wo man die Nacht denn nun ausklingen lassen würde. “Lass’ uns doch mal zu Gary!”, brach es aus Hansen heraus, der zwar grinste, es aber durchaus ernst meinte. Kieler wissen: das “Garys” (“Garys Tanztreff”) ist der schäbigste Altweibersommer südlich von Rieseby. Eine Anlaufstelle sämtlicher Milfhunter (damals noch “junger Mann mit Faible für die reifere Dame”) der Region, das Durchschnittsalter der Damen lag bei 45, das der Herren bei 19. “Ach Hansen, Mensch! Das riecht das da immer so nach schuppigen Ellenbogen und Halsfaltenlauge.” gab ich zu bedenken. Hansen guckte mich an, ich ihn. Natürlich waren wir im Partnerlook unterwegs, nur dass er seinen Scheitel auf der anderen Seite trug. Mir wurde erneut die Erbärmlichkeit unseres Daseins bewusst und mir war klar, dass es viel schlimmer eigentlich nicht mehr kommen könnte. Also willigte ich ein, “Na gut, ins Garys. Aber nur heute und wenn’s Scheiße ist, hauen wir sofort wieder ab!”. “Natürlich, Lil’ MC! Wir wollen uns doch amüsieren!”.
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Aus “Der junge MC”: Meine erste Gerichtsverhandlung (Anekdote, Teil 2)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 25.02.2013 um 00:00 Uhr

(Fortsetzung hierzu)

Siegessicher saß ich auf der rechten Seite auf einem leicht erhobenen Podest neben meinem Anwalt, mittig der Richter und mir gegenüber die Staatsanwaltschaft. Samt Bodyguards. Der erste Zeuge wurde gerufen, Christopher Hahn. Der aber leider … noch nicht da war. Zu spät. Peinlich. Aber egal, dann machen wir zunächst den Schümann, der auf die Frage, ob er bestätigen könne, dass der Riss wie von mir angegeben bereits Wochen vorher in der Scheibe zu sehen war, antwortete: “Keine Ahnung, wohl eher nicht. Ich mein’, wer guckt denn auf die Scheiben wenn man feiern gehen will.”. Schönen Dank nochmal an dieser Stelle, Du Pfeifenreiniger. Und ohne jetzt näher darauf einzugehen: von Boschke kam exakt das Gleiche.

Dann war Christopher Hahn endlich da. Doof, dass die Verhandlung an einem Montag vormittag stattfand, nachdem Hahn das Wochenende durchgefeiert hatte. Außerdem entdeckte man in der Szene gerade “BlauWeiß”, das war der verniedlichende Kosename eines Opioids namens Valeron, mit welchem vereinzelt herumexperimentiert wurde. Unter anderem wohl auch in den letzten Stunden bei Hahn, der weiter neben sich stand als ein geklautes Gepäckstück. “Nun kommen sie, Herr Hahn, konzentrieren sie sich! Flog der Müllsackständer nun einfach um – oder in die Scheibe?”. “Ich sag’ doch, ich weiß es nicht mehr. Ich hatte einfach zu viel getrunken, Herr Richter.”, der Richter guckte mich – inzwischen leicht erblasst und auch nicht mehr ganz so siegessicher – an, “Herr Winks, haben sie noch mehr solcher Zeugen?! Im schlimmsten Fall wird das hier sehr teuer – für sie!”. “Ich versichere ihnen: ich hab’ mich mit meinen Zeugen nach der Tat unterhalten und alle waren sich sicher, dass die Scheibe schon vorher kaputt war, es, … es ist einfach zu viel Zeit vergangen, nehme ich an.”. “Na gut, zwei haben wir noch. Ich rufe Matthias Hansen in den Zeugenstand.”. Endlich, Hansen. der hatte mich noch nie im Stich gelassen.
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Aus “Der junge MC”: Meine erste Gerichtsverhandlung (Anekdote, Teil 1)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 18.02.2013 um 09:00 Uhr

Auch mit dieser Geschichte musste ich warten, in meiner Situation als Angestellter erzählt man ja ungern, dass man überhaupt schon einmal vor Gericht stand, außerdem: so ganz unschuldig war ich ja auch nicht. Der Vorwurf: die Betreiberin unseres ehemaligen Stammclubs (= “Ströhemann-Brinck” Discothek) erstattete Anzeige gegen mich, weil ich einen Müllsackständer vor dem Club in Richtung Eingangsbereich geschleudert und dabei die geschwungene und wie sich später herausstellte recht teure (3.500 DM) Schaufenster-Scheibe eingeschlagen haben soll. Zumindest hatte diese einen Riss. Fakt ist: ich war an diesem Abend extrem gut drauf und bin mit meiner überschwänglichen Goodvibe-Choreo dem Personal auf die Nerven gegangen. Rückblickend kann ich das sogar nachvollziehen, immerhin fand besagte Tanz-Darbietng auf den wackeligen Bistro-Tischen statt. Man begleitete mich also unter großem Protest meinerseits vor die Tür, wo ich bevor ich in ein Taxi stieg tatsächlich diesen Müllsackständer umwarf, allerdings einfach nur zu Boden, fünf Meter von der Scheibe entfernt und das ist die volle Wahrheit. Wenn ich die Scheibe zerstört hätte, dann würde ich das jetzt, 20 Jahre später, zugeben.

Die Vorladung wurde von meiner Mutter abgefangen, die natürlich auch wissen wollte, was an besagtem Abend passiert ist. “Ach, ich hab’ damit nichts zu tun. Die suchen nur einen Dummen, dem sie das mit ihrer Scheibe unterschieben können – ich habe Zeugen genug, Mama. Mir kann da nichts passieren, keine Sorge!”. Und Zeugen hätte ich wirklich:
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Aus “Der junge MC”: Mental-Props an Rightwatch Richter und Shlongensen

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Sports | 28.01.2013 um 09:30 Uhr

Die Geschichte mit Rightwatch Richter ist jetzt wirklich schon 15 Jahre her, ich war gerade relativ neu im Gym (damals das “Swiss” in der Feldstraße/Kiel; ich wohnte da in der Nähe) und Ende 1997 war ich mal für 3 Monate arbeitslos, konnte also schon vormittags trainieren gehen, inklusive ausgedehntem Saunawalk & seim Sohn, war eigentlich ganz schön. Eines Vormittages trainierte hier eine jüngere Dame, die für die damalige Zeit recht zeigefreudig daherkam. Als Mann nimmt man sowas zur Kenntnis, scannt 2-3x heimlich drüber und gibt Mental-Props für den lieblichen Fleischbalkon (also, man denkt sich die anerkennenden Worte nur. Eigentlich sollte man hingehen, “Junge Frau, Hut ab! Meines Erachtens ist das makelloses Dekolletée, ich wünschen ihnen und ihrem Freund weiterhin viel Spaß damit!”, aber geht ja nicht, dann bricht im Netz wieder ein #aufschrei-Flashmob aus, peinlich). Besagte Lady saß ganz rechts auf einem Rudergerät und der Typ, den sie Richter nannten, stand links vor ihr auf dem Stepper. Und daneben stand ich und ja, ich benutze auch heute noch Stepper statt Laufband, auch wenn viele das gay finden, es ist a) effektiver und b) schont man seine Sneakers, weil man ja quasi nur auf der Stelle tritt. Das heisst, man kann auch ruhig mal seine neuen Air Max im Gym tragen, was eh das Wichtigste ist.

Und Richter starrte. Kein flüchtiger Blick, kein Scannen, der Typ glotze, als ob sich in seiner Iris und in ihrer Glandula Mammaria Magnete befänden befünden. Er hörte nicht auf, sein Blick blieb wie festgefroren, ich war kurz davor, den Homie anzuzählen, bis er irgendwann den Stepper verliess und rechtsguckend Richtung Info-Tresen lief. Auch die nächsten Geräte bediente er mit dem Kopf nach rechts gerichtet, ich fragte also aufgeregt nach, “Sach mal, der Jackson da hinten auf dem Butterfly, hat der…”, “Nackenstarre. Das ist schon seit 2 Jahren so!”, fiel mir der Trainer ins Wort. Zum Glück hatte ich nichts gesagt. Allein der Gedanke an sein Auto, Gas und Bremse müssen sich im Innenraum irgendwo unter der Tür befinden. Und was ist erst los, wenn Rightwatch in den Bus steigt und es gibt nur noch Fensterplätze auf der linken Seite? Sünde.
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Ein Tag mit Firma “Kugellager Hasselhardt”

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature, Streetstyle | 14.01.2013 um 09:00 Uhr

Die Montage waren immer das Schlimmste in meinen Jahren als Angestellter. Wir hatten seinerzeit ein Callcenter, welches die Termine für mich als Außendienstmitarbeiter koordinieren sollte. Recht schnell hab ich den Brüdern beigebracht, mir niemals einen Termin vor 10.00h zu machen, an Montagen frühestens ab 11.00h. Das Ganze war natürlich eine MC Winkel/CallCenter-interne Regelung, über die ich erst jetzt, 10 Jahre später, reden kann. Aber bis auf diesen einen Montag funktionierte das ganz gut.

Dieser eine Montag war glaub’ ich der Besonderste in meiner Zeit als Account Manager, wie es damals so halbgay auf meiner Visitenkarte stand. Der erste Termin musste leider für 8.00h angesetzt werden, weil ich im Anschluss dann noch zu zwei weiteren Niederlassung derselben Firma fahren sollte. Das war die Zeit, in der ich am Wochenende noch regelmäßig feiern ging und am Sonntag selten vor 8.00h morgens zuhause war. Und nur 24 Stunden später dann der sogenannte Business-Termin, ich war befahnt wie der Reichstag und fühlte mich blümeranter als Fleurop Platinkarten-Kunden, aber es ging wohl nicht anders. Ich fuhr von zuhause aus direkt zu dieser Firma in den Grasweg in Kiel.
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LAX – Mein goldenes Fettnäpfchen 2012

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 17.12.2012 um 08:45 Uhr

MC Winkel aka Don Fatnap. Je älter ich werde, umso peinlicher fallen die unangenehmen Zwischenfälle aus. Liegt vermutlich daran, dass ich mich als Freiberufler nach drei Jahren nun auch um 300% freier fühle. Als Angestellter hab’ ich mich zwar auch immer schon weiter aus dem Fenster gelehnt als balkonlose Kettenraucher mit Asthma-krankem Partner, aber da setzte im letzten Moment immer noch so eine Art Peinlichkeitsschutz ein, der vor Allem meinen Arbeitgeber vor größeren Blamagen rettete, aber der scheint inzwischen irgendwie verblasst.

Nun bin ich dieses Jahr ja wirklich ziemlich rumgekommen und habe alle möglichen Sorten von Menschen an den unterschiedlichsten Passkontrollen der Welt gesehen. Es gibt die Chiller, die einen nur kurz angucken, zwei Fragen stellen ohne sich für die Antworten zu interessieren, stempeln und den Pass direkt zurückgeben. Dann gibt es Kuba, wo man im Vorfelde Fragenkataloge in der größe des Tokio’schen Telefonbuchs ausfüllen musste, am Schalter selbst war’s dann aber verhältnismäßig harmlos. Im Gegensatz zu den USA, genauer: am LAX in Los Angeles, wo man seit 9/11 Besucher skeptischer beäugt als Homöopathen Antibiotika (übrigens, hier wird in einem Satz beschrieben, wie Homöopathie funktioniert). Und auf so einen neunmalklugen, hakenbenasten Lispeljackson wie mich haben sie da am Schalter natürlich nur gewartet. Na klar war ich müde, so ein Flug nach L.A. ist lang. Vielleicht hatte mich die Schlaftablette auch etwas dizzy gemacht, vielleicht suche ich Trottelbirne aber auch nur nach Ausreden, denn so ein dämliches Verhalten hat selbst Lothar Matthäus’ Management noch nicht erlebt, und denen dürften inzwischen auch die Arme über dem Kopf zusammengewachsen sein.
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Aus “Der junge MC”: November Rain 1989 (Anekdote)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature, Streetstyle | 03.12.2012 um 09:00 Uhr

Mal wieder ein kleiner Schwank aus meiner Jugend, weil ich gerade am Wochenende mit einem Freund über diesen denkwürdigen Abend im November 1989 sprach, eine Nacht mit überdurchschnittlich viele Ereignissen. Angefangen beim klassischen Treffen, wie jeden Samstag um 18.00 an unserer Schule, alle Mitglieder unserer Padergang (aka “Pader Ruler”) waren dabei, Hansen brachte seinen Ghettoblaster mit und alle waren gespannt, was der Abend so bringen würde. Hinzu kam die Besonderheit, dass bis auf wenige Mitglieder die Padergang gerade Hausverbot in unserem Stammclub (Tanzschule Ströhemann-Brinck, “Ströh”) hatte und somit ohnehin unklar war, was man unternehmen würde. Eine Idee kam Markus, als er sich Jerrys Schlüssel auslieh, um sich damit ein Flaschenbier zu öffnen. Ein Vorwand, wie Tapeten, und natürlich vergaß er, diesen zurückzugeben. Jerry hatte seinerzeit eine Freundin und kein Hausverbot im Club, was ein Großteil unserer Gang verachtete. Markus kam also mit der Idee, in Jerrys Abwesenheit einfach bei ihm zuhause – genauer: im Haus seiner Eltern weiterzufeiern.

Die Idee kam nicht überall gut an, besonders nicht bei Marius, der an diesem Abend seine neue Gaspistole ausprobieren wollte. Marius war immer so ein Alles-Mitmacher, zuerst kaufte er sich jede einzelne Ausgabe vom Yps!-Magazin (btw: natürlich ist die neu aufgelegte Yps! nicht mehr so geil wie früher, es sind knapp 30 Jahre vergangen, man kann keine Party 2x feiern. Außerdem bleibt nichts aus den 80ern ewig cool, bis auf MJs Thriller, Air Max 1 und MC Winkel), dann wurde er Hobby CB-Funker und naja, wenig später waren halt Gaspistolen halt irgendwie en vogue. So teilte sich die Gruppe also auf, ein paar gingen zum Haus der Eltern von Jerry, einige wenige ins oder vor das “Ströh” und der Rest ging direkt an die Küste. Hier war es ein Hobby, beim Bier Billard zu spielen (“pieksen” sagte man damals dazu) und anschließend eine Runde durch Eros Center und Palais D’Amour zu drehen. Hier roch es immer so nach Unterwelt und auch wenn von uns noch nicht Jeder volljährig war; wir waren jetzt bewaffnet!
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Aus “Der junge MC”: Vierunddreißig Mark Cashflow (Anekdote)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Netzkram, Streetstyle | 01.10.2012 um 00:39 Uhr

Während die Anderen alle Nebenjobs hatten und Zeitungen austrugen, an der lokalen Tankstelle aushalfen oder im Supermarkt zur Inventur Thunfischdosen zählten, hatte ich mit meiner damaligen C-64er Crew im Herzen unserer damaligen Hood in Kiel-Mettenhof andere Pläne: wir daddelten. Es kam 1987 gerade California Games auf den Markt, ich konnte vor Begeisterung nächtelang nicht schlafen, wie geil die das mit den animierten Wellen beim Surf-Contest gemacht hatten. Oder der Hacky-Sack, den Ball, den man hochhielt wie Sildenafil, virtuell Jahre bevor er auch physikalisch Einzug in bundesdeutsche Vorstädte hielt. Vor lauter Herumkompetieren vergaßen wir eins: die Hausaufgaben. Und dass wir schon wieder seit Wochen broke waren, Monatsmitte und nicht einer von uns hatte mehr eine Mark auf der Naht.

“Ich hab’ Hunger!”, “Halt’s Maul und zieh das BMX-Bike über die Hügel, André.”, “Hast recht.”. So ging es tagelang, keine 35 Pfennig für ein Hanuta aber Highscore beim Frisbee. Wir magerten ab, hatten vom Joystick Links/Rechts-Herumgewuchte dennoch kräftige Unterarme und als wir für eine Spielpause auf den Parkplatz vor dem Haus flüchteten, hatte ich die Idee, unseren Cashflow zu elevaten – was auf den ersten Eindruck ziemlich gezwungen klingt, an sich aber geil ist. Ich sah den fast leeren Tieflader, mit dem Vatter Remmbeck (EG links) vom Bau für eine Mittagspause nachhause gekommen war. Und in ihm 6 leere Kisten Bier. Also, in dem Tieflader, nicht in Vatter Remmbeck (EG links), das würde ja komisch aussehen. “Jungs, ich sehe pures Gold!”, “Das ist aber kein Holsten, Lil’ MC, das ist Oettinger. Außerdem sind die Kisten leer!”, merkte Stefan an. “Nein, Mann – ich meine das Pfandgeld! Das sind 6 Kisten à 6 Schleifen: 34 Mark! Dafür kriegt jeder von uns Malzbier und Pizza!”. Malzbier und Pizza, das war das Codewort.
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Die Kleinkriminelle Katey und der Waschbär (Teil 2 inkl. Podcast!)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature, Funny Shizznits, Netzkram, Podcasts | 03.09.2012 um 00:00 Uhr

[Fortsetzung hierzu - Podcast unten!]

Wir verabredeten uns für Mittwoch. Ich hatte weder Weedkauf- noch sonstige Ambitionen, fand Katey und ihre Geschichten nur so unterhalsam. Sie erzählte von dem Essens-Lieferanten, der 2-3x die Woche mit Thunfischpizza kam und mit Gras bezahlt wurde. Oder von Igor, dem durchtrainierten Security-Russen, der ziemlich häufig broke war, dafür dann aber mit Sex bezahlen durfte. Ich erzählte im Gegenzug die Bongwasser-Austrink-Story und davon, dass Empfangstante E. aktuell auf einem Spezialkissen sitzen würde, weil ihr eine Art Schwanz wachsen würde. “Eine Transsexuelle?”. “Neiiin, Schwanz im Sinne von Schweif, nicht Shlong.”. “Dann gäbe es im Gettorfer Tierpark eventuell einen tollen Nebenverdienst für sie, da ist jüngst die ältere Esels-Dame Filippa verstorben!”, wir lachten laut, auch wenn E. für eine Eselin eigentlich viel zu unbehaart war.

Die kommenden Wochen schaute ich immer mal wieder vorbei, so Mittagspausen-Style, hin und wieder brachte ich Burger mit. Ich kiffte jedoch nie und hatte auch niemals Sex während der Arbeitszeit (vllt. kann mir bei der Gelegenheit ein mitlesender Jurist mal erzählen, nach wie vielen Jahren so kleinere Vergehen verjährt wären, nur mal so zur Info), ich hörte mir zu gerne die neuen Geschichten an. Von ihrer besten Freundin, die der Mutter vor ein paar Jahren heimlich etwas Straßenbobbel in den Mürbeteig schummelte, als diese gerade ihre Konfirmationstorte vorbereitete (soll eine heitere Veranstaltung gewesen sein). Oder von den Polizisten, die ihr vor ein paar Monaten aufgrund einer angezeigten Ruhestörung aus der Nachbarschaft einen Besuch abstatteten, mit Nacktfoto-Material aber ruhiggestellt werden konnte.
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Die Kleinkriminelle Katey und der Waschbär

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature, Funny Shizznits, Netzkram | 27.08.2012 um 00:00 Uhr

Katey lernte ich über einen jüngeren Arbeitskollegen kennen, der mich eine Zeit lang im Außendienst begleitete. Sie war die lustigste, gutaussehendste und wahnsinnigste Kleinkriminelle, die ich je traf. Sie verkaufte Gras und noch ein paar andere, weiche bis mittelelastische Drogen, wovon sie ihre Miete und weitere Fixkosten zahlte. Sie war in den 2 Jahren, in denen ich sie kannte, eigentlich immer zuhause, sah den ganzen Tag “King of Queens”, hörte Rap-Musik und rauchte Bong. Sie wohnte nicht unweit des miesesten Hochhaus der Stadt, am Anfang der Hamburger Chaussee. Mein Kollege I. äußerte den Wunsch, bei besagter Dame mal etwas Weed abzuholen, wo wir doch gerade auf der Ecke waren. Nicht viel, so 20g wöchentlicher Eigengebrauch, ich könne gerne mit hochkommen. “Na das guck’ ich mir an! Aber nicht direkt oben kiffen, wir müssen ja noch zurück ins Büro, nä!”. “Klar, auf gar keinen Fall! Katey ist entspannt, sie wird Dir gefallen.”.

Bereits im Treppenhaus roch es nach verbranntem Gras, dabei wohnte Katey im vierten Stock. Das Bonggeblubbere und eine Lache, irgendwo in der Mitte von Tom Hanks in “Geschenkt ist noch zu teuer” und Rick Ross mit Hagebuttenkernen im Bart, vernahm ich jedoch bereits im zweiten Stock. Die Tür war nicht abgeschlossen, Gäste konnten den Handknauf selbstständig benutzen und so standen wir auch schon direkt in Kateys Wohnzimmer. “Na Du Pfeife, wieder’n büschen Haze? Und wer ist der Typ?”, fragte sie, während sie weiter Richtung Fernseher starrte. “I… ich bin der Winkelsen, äh, ein Kollege von I. und ich w”, “Auch Gras?”, fiel sie mir ins Wort. “Nein.”. Sie nickte und übergab den Bong an I., der sofort ansetzte. Ich erkannte die Verlässlichkeit seiner Worte, setzte mich erstmal hin und hörten den beiden zu.
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