Jan Delay – „Hammer & Michel“ (Full Album Stream + Review)

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Jan Delay hat eine neue Pladde rausgebracht und ich kann nicht glauben, was ich da im Vorfelde an himmelsschreiender, von Ahnungslosigkeit nur so durchtränkter Scheiße lesen musste. Es sei ja nun ein „Rock-Album“, bereits diese Ankündigung brachte die Menschen in große Irritation. Rock, ja kann der denn das, das ist doch ein völlig fremdes Genre!? Und überhaupt – wie kann man nur mit rosa Krawatte auf’s Wacken gehen?! Fürchterlich.

Nun ist „Hammer & Michel“ da und ich höre das hier gerade im Flieger, seit gestern nachmittag das inzwischen siebte Mal. Auf den Punkt: neben Flo Megas „Mann über Bord“ für mich die beste, deutsche Veröffentlichung in diesem Jahr. Supergeiles Album von vorne bis hinten und genau mit dem gemacht, was der Opener bereits verheißt: Liebe (Video dazu s.u.).

Jan Delay hat Liebe für Musik. Lasst uns kurz noch einmal gucken, was Herr Delay in der Vergangenheit, sagen wir, nach seiner HipHop-Zeit mit den Beginnern gemacht hat. Sein erstes Solo-Projekt, „Searching for the Jan Soul Rebels“ (2001, Platz 16 in D), eine Reggae-Pladde. Ein gewagtes Experiment, immerhin hatte der Mann seinerzeit eine nicht zu verachtende Fanbase in seinem Heimat-Genre, dem HipHop. Trotzdem traut er sich und erschafft mit einer klaren Vorstellung einer eigenen Sound-Ästhetik ein wirklich solides Reggae-Album. Natürlich keine Bob Marley-Pladde, aber warum auch, Bob Marley gibt’s ja schon. Für das Album wurde Delays eigener Sound mit liebevoll und sorgfältig platzierten Reggae-Elementen versehen, bei allerhöchstem Respekt für das neue Genre. Und natürlich mit dem für Jan Delay typischen, seit Beginners-Zeiten bekannten, derben Schnodderigkeits-Geschimpfe Schrägstrich Humor – die eigentliche Essenz einer jeden Delay-Veröffentlichung. Was und wie er Sachen sagt, wie er den Leuten einen Spiegel vorhält, ohne mit dem dicken Zeigefinger zu wedeln. Gesellschaftskritisch, politisch, lebensbejahend, soulful, ehrlich und mit Herz.

Es folgte das nächste Projekt, „Mercedes Dance“ (2006, Platz 1 in D), dieses Mal ging es in die, wie der Albumname es vermuten lässt, Richtung Disco. Again: deutliche Delay Sound-Ästhetik, das erste Mal zusammen mit seiner neuen Band „Disko Number One“. Natürlich keine ‚Earth, Wind & Fire‘-Pladde, aber warum auch, ‚Earth, Wind & Fire‘ gibt’s ja schon. Jan Delay live? Läuft. Es schien, als hätte er seinen Sound gefunden, noch besser als der Reggae-Vorgänger. Nur 3 Jahre später dann „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ (2009, Platz 1 in D), ein weiteres Genre: Funk/Soul. Erneut mit seiner Band Disko Nummer One und erneut mit dem typischen Delay-Sound, verfeinert mit sorgfältig gepickten Soul-Elementen. Keine Marvin Gaye-Pladde, aber warum auch, Marvin Gaye gibt’s ja schon. Live gar nicht so viel Veränderung, der Sound funktioniert. Die Platte verkauft sich 250.000 mal, Jan Delay gehört inzwischen zu den erfolgreichsten Musikern des Landes.

Und dann die nächste Idee: Rock. Ich hatte eine Vorahnung vom zu erwartenden Sound, falls ich das an dieser Stelle noch einmal erklären muss: klassische Jan Delay Sound-Ästhetik, erneut mit seiner Band Disko Number One, statt Bläser gibt es E-Gitarren – an sich wie immer, nur mit Rock- statt mit Reggae-, Disco- oder Soul-Elementen. Die aktuellen, eher vernichtenden Kritiken sind für mich nicht ansatzweise nachvollziehbar. Freunde: wir haben hier ein weiteres Stück deutsche Musikgeschichte eines genialen Künstlers. Eines Musikers, der sich Gedanken macht. Der Mann tüftelt, dreht und schraubt und bringt seinen Shit erst dann raus, wenn es ihm 100% taugt. Jan Delays Qualitätsanspruch ist signifikant, ich hab keine Ahnung, wie dieser misszuverstehen ist. Welcher Musiker kann von sich behaupten, in den Genres HipHop, Reggae, Disco, Funk/Soul erfolgreich, vor allen Dingen aber unter Berücksichtigung aller Regeln der jeweiligen Genres mit dem Qualitätsmerkmal überderbe abgeliefert zu haben? Und dann noch aus Deutschland?! Könnt Ihr diese Meisterleistung bitte mal anerkennen, Ihr Arschgeigen*?

Was habt Ihr denn erwartet, eine Metallica-Platte? Ganz sicher nicht, Mann, Metallica gibt’s doch schon. Wir haben hier 12 fantastische, neue Mosaik-Steinchen eines komplexen, vielfältigen, wundervollen Gesamt-Kunstwerkes, dem Kunstwerk Jan Delay, eine beispiellose Karriere. Da ist ein Mann seit 1991 als Musiker aktiv, bereichert unser Leben mit ausnahmslos guter Musik, unterhält uns, bringt uns zum Nachdenken, zum Tanzen und macht die deutsche Musiklandschaft einfach … schöner. Ich weiß gar nicht, warum ich mich so aufrege, ich sollte es so sehen wie Jan Delay in seiner Nummer „Fick“: ich nehm’n großen Schluck Volvic – und geb’n goldenen Vollfick. Wer „Hammer & Michel“ nicht gediggt hat und hatet, blamiert sich und bekennt sich zu einer kaum zu beschreibenen Geschmacklosigkeit. Außerdem geht das Ding sowieso auf Eins, können die deutschen Spießer und Muckenazis sagen was sie wollen. Und am nächsten Morgen fliegen wir alle nach Ibiza. Alle außer Dir, Du blöder Wichser („Nicht eingeladen“). Auch wenn rocken inzwischen ein sehr inflationär eingesetztes und nicht mehr zeitgemäßes Adjektiv ist: das Album rockt. Deutlich mehr als Deine Mudder. Nach dem Jump gibt es den Spotify-Stream (noch nicht ganz vollständig) und alle bisherigen Videos aus „Hammer & Michel“. Zwölf Bomben-Nummern, alles potentielle No.1-Singles, lasst Euch keine Scheiße erzählen.


Stream (noch nicht ganz vollständig – geht rüber zur fb-App):

Wacken:

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St. Pauli:

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Liebe:

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Delaysen on Tour:

09.04.2014 Hamburg – Grünspan
08.06.2014 Nürburgring – Rock am Ring
09.06.2014 Nürnberg – Rock im Park
19.07.2014 Cuxhaven – Deichbrand
08.08.2014 Zofingen (CH) – Heitere Openair
16.08.2014 – Hockenheimring – Rock´N`heim
17.08.2014 – Schloß Holte-Stukenbrock – Serengeti Festival
24.09.2014 Dresden – Eventwerk
25.09.2014 Leipzig – Haus Auensee
26.09.2014 Würzburg – S.Oliver Arena
27.09.2014 Kassel – Stadthalle
29.09.2014 Zürich (CH) – Maag Event Hall
01.10.2014 München – Zenith
02.10.2014 Wien (AT) – Gasometer
04.10.2014 Neu-Ulm – Ratiopharm Arena
05.10.2014 Mannheim – Maimarktclub
06.10.2014 Frankfurt – Jahrhunderthalle
07.10.2014 Bremen – ÖVB Arena
09.10.2014 Berlin – Max-Schmeling-Halle
10.10.2014 Flensburg – Flensarena
11.10.2014 Lingen – EmslandArena
12.10.2014 Hannover – Swiss Life Hall
14.10.2014 Stuttgart – Schleyerhalle
15.10.2014 Dortmund – Westfalenhalle
16.10.2014 Düsseldorf – Mitsubishi Electric Halle
17.10.2014 Hamburg – O2 World
___
[* = nicht Ihr, gemeint sind die ahnungslosen Kritiker]

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Kommentare

2 Antworten zu “Jan Delay – „Hammer & Michel“ (Full Album Stream + Review)”

  1. B sagt:

    WORD

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  2. day light savings time sagt:

    click here for the top movements available

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