M.O.L. – Kapitel 1 “Die Gang” – Mittagstisch (Fortlaufender Roman)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, M.O.L. | 13.05.2013 um 09:00 Uhr

Erzählt wird die Geschichte von Sven, 34 Jahre, aus Kiel. Seit 2 Jahren arbeitet er in einer Anwaltskanzlei, lebt mit seiner derzeit schwangeren Freundin Tine in einem Vorort und lässt privat mit seinem Freundeskreis, welchen er selbst “Die Gang” nennt, gerne und oft die Sau raus. Manchmal sogar außerhalb Kiels.

Halb eins, endlich Mittag. Man kann sagen was man will, aber Kiel ist schön, vor allen Dingen in den warmen Monaten. Da kann man dann nämlich auch draußen sitzen, zum Beispiel bei diesem Mexikaner am Europaplatz, die haben da immer einen schönen Mittagstisch. Das Geile: es gibt da so Coupons, im Kieler Express, in den Kieler Nachrichten, ich hab sogar mal einen in der April-Ausgabe des Tango gesehen, seitdem aber nie wieder. Muss wohl eine Sonder-Edition gewesen sein. Aber mit den Coupons bekommt man auf die Mittagsgerichte nochmal 40 Cent Rabatt. Gut, 40 Cent sind nicht die Welt, das Ding ist aber: ich bin bestimmt zwei Mal die Woche hier, gerade im Sommer. Manchmal auch am Wochenende mit Tine, lass es im Monat mindestens so 10x sein, da bist Du dann schnell bei 4€, in einem Jahr als bei fast 50, da müsste man sonst zwei mal für Blutspenden gehen. Reich wird man dadurch jetzt nicht schlagartig, aber irgendwo muss man ja anfagen.

Frank kommt schon wieder zu spät. Vielleicht musste er noch zur Bank oder so, wäre ja gar nicht verkehrt, ich krieg noch 4,50€ von ihm, wegen letztens in der Sportsbar. Auch da muss man schon ein bißchen gucken, man bestellt ständig die Pinten und alle legen da ein paar Euros auf den Tisch. Meistens kommt das ja auch hin, dass jeder gleichviel bezahlt, aber dann trinkt einer ein Glas mehr und schon ist da ein Ungleichgewicht drin. Beim letzten Mal war ich in der Halbzeitpause telefonieren. Tine. Fand das wieder nicht so gut, dass ich trinken gehe, weil sie doch gerade im siebten Monat ist. Ich hab’ ja auch gesagt, dass es nicht später wird, aber sie hatte sich den Abend eigentlich anders vorgstellt. Ihre Schwester ist gerade da und sie hätte es gut gefunden, wenn ich mit beiden zu Abend gegessen und das Spiel dann zuhause gesehen hätte. Aber kam ja nun nicht so, a) kann ich das ja wohl kaum den Jungs erzählen und b) nervt Mette, also die Schwester. Die mag mich auch nicht, weil sie wohl mal gehört hat, dass ich was mit einer Freundin von ihr hatte, was auch so halb stimmte, aber ich hab gesagt, sie soll nichts sagen, weil es ja auch nur so halb war, gevögelt wurde nicht. Egal. Zwanzig Minuten haben wir telefoniert, die zweite Halbzeit hat schon begonnen und ich habe ein Bier weniger als alle anderen getrunken und Frank in der Zwischenzeit eins mehr, das hab’ ich durch das Schaufester beobachtet. Er dachte bestimmt, ich sehe das nicht. Ich hab’ dann den Pintenpreis auf 100ml runtergerechnet, meine minus 250ml und Franks plus 250ml den Gesamtabgaben aller Jungs am heutigen Abend entgegengesetzt und kam auf 4,70€. Ich hab zu Frank aber 4,50€ gesagt, halt abgerundet. Scheiß auf die 20 Cent, kann er behalten. Da kommt er endlich.
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Worst Thurs Scenario – Ein unschöner Tag

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Netzkram | 06.05.2013 um 09:00 Uhr

Der letzte Donnerstag war einer der schlimmsten Tage in meinem gesamten Leben und das, obwohl die Sonne schien. Ich wollte nur schnell in den Supermarkt fahren, brauchte ein paar frische Lebensmittel. Ach so, und tanken musste ich auch noch. Es ging damit los, dass sie hier in Kiel begonnen haben, die Holtenauer Hochbrücke (stadteinwärts) zu restaurieren. Schon wieder. Keine Ahnung, was die da diesmal schon wieder vorhaben, auf jeden Fall hat man die komplette rechte Spur lahmgelegt. Autofahrer müssen sich jetzt an einem Stop-Schild im Reissverschlussverfahren in die beiden verbliebenen Spuren einfädeln, was ab sofort und ganz sicher für die nächsten 3-4 Monate zur Feierabend-Zeit ein Problem wird. Ich muss nicht erwähnen, dass ich um Punkt 16:45h mein Home-Office verliess. Und dass ich für die Fahrt über die Brücke 25 Minuten brauchte, wo es normalerweise zwei Minuten dauert.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ungern warte. Mit Geduld im Allgemeinen hab’ ich das nicht so, man hat ja immer viel zu tun und gerade jetzt im Alter läuft einem die Zeit ja noch schneller davon. Um das mal etwas zu veranschaulichen: kennt Ihr Norbert Dickel? Stellt Euch vor, Dortmund würde nach einem 10:0 in den letzten 2 Minuten noch 11 Gegentore bekommen, Dickels Reaktion darauf wäre im Vergleich zu meinem Ungedulds-Ausraster im Auto auf der Hochbrücke eine Tupperparty. Das Schlimmste sollte aber noch kommen, der Antichrist unter allen Supermarkteinrichtungen, das Damoklesschwert für die hektische Mittelklasse: der Pfandautomat.
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Aus “Der junge MC”: Montag Nacht bei Frau Buschbach

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 02.04.2013 um 09:00 Uhr

Es ist jetzt nicht so, dass ich sie herbeisehne, aber so ganz ohne – es ist, als lebte ich in Frigidistan. Die Rede ist von lautstark kommunizierten Extasegeräuschen – kurz: Bumslauten – aus nachbarschaftlichen Gefilden. Ich wohne hier jetzt seit 15 Jahren und auch wenn ich nicht ständig hier bin: ich habe hier in all der Zeit noch keine Vögeltunes vernommen. Eine komplett stöhnfreie Zone, eine Diaspora zurückhaltender Bimsnixlauts, die entweder unter Kehlkopffäulnis (optional: Elchzunge) leiden oder aber weniger aus sich herauskommen als Stuhl bei Obstipationisten (optional: Weisheitszähne bei Grundschülern). Bloß Niemanden stören. Ich werde hier mal T-Shirts verteilen, “15 Jahre 15 Deziblel – Enjoy The Silence”. Um den Allgemeinpegel ein wenig zu elevaten bin ich selbst nun schon länger triple-, wenn nicht quadruple-laut, selbst beim Onanieren, einer muss ja hier so ein bißchen Passion in die Westkiel’sche Athmosphäre preschen. Letzte Woche war der Geheimdienst vor Ort und hat die Audio-Empfangsteile in den Rauchmeldern ausgetauscht. Man sei skeptisch geworden, leiser war es zuletzt wohl nur im Mittagspausenraum der Soutane-Reinigung im Vatikan, nach Feierabend.

Aber wie ich sagte, ich sehne es auch wirklich nicht herbei, man wird ja doch nur abgelenkt und wenn ich mich hier so umschaue – I don’t want these Bilder in meinem Kopf, ist schon alles gut so. Ich denke nur zurück an die Zeit in Belvedere. Übrigens ernsthaft, wir haben in Kiel eine Ecke, die sich “Belvedere” nennt. Meine damalige Wohnung dort war viel zu teuer, es gab kaum Parkplätze aber ey: wer will nicht in Belvedere wohnen? Und dort war’s auch wesentlich lauter, meine Nachbarin von schräg unter mir hatte jeden Montag Abend ausgedehnte, laute Brunft-Treffen. Frauen wie sie nennt man heute wohl Vollweib, halt viel zu selbstbewusst für die zahlreichen 360° Asymmetrien und Deformationen. Viel zu filigrane, einschneidende Highheels für den doch eher voluminösen Fuß, am Ansatz herausgewachsene, blondwallende Fönlocken, die durch ein ständiges, artifizielles Herumgewippe das Gesamterscheinungsbild noch drastischer herabstuften. Aber sonst nicht unsympathisch.
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Aus “Der junge MC”: Meine erste Gerichtsverhandlung (Anekdote, Teil 2)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 25.02.2013 um 00:00 Uhr

(Fortsetzung hierzu)

Siegessicher saß ich auf der rechten Seite auf einem leicht erhobenen Podest neben meinem Anwalt, mittig der Richter und mir gegenüber die Staatsanwaltschaft. Samt Bodyguards. Der erste Zeuge wurde gerufen, Christopher Hahn. Der aber leider … noch nicht da war. Zu spät. Peinlich. Aber egal, dann machen wir zunächst den Schümann, der auf die Frage, ob er bestätigen könne, dass der Riss wie von mir angegeben bereits Wochen vorher in der Scheibe zu sehen war, antwortete: “Keine Ahnung, wohl eher nicht. Ich mein’, wer guckt denn auf die Scheiben wenn man feiern gehen will.”. Schönen Dank nochmal an dieser Stelle, Du Pfeifenreiniger. Und ohne jetzt näher darauf einzugehen: von Boschke kam exakt das Gleiche.

Dann war Christopher Hahn endlich da. Doof, dass die Verhandlung an einem Montag vormittag stattfand, nachdem Hahn das Wochenende durchgefeiert hatte. Außerdem entdeckte man in der Szene gerade “BlauWeiß”, das war der verniedlichende Kosename eines Opioids namens Valeron, mit welchem vereinzelt herumexperimentiert wurde. Unter anderem wohl auch in den letzten Stunden bei Hahn, der weiter neben sich stand als ein geklautes Gepäckstück. “Nun kommen sie, Herr Hahn, konzentrieren sie sich! Flog der Müllsackständer nun einfach um – oder in die Scheibe?”. “Ich sag’ doch, ich weiß es nicht mehr. Ich hatte einfach zu viel getrunken, Herr Richter.”, der Richter guckte mich – inzwischen leicht erblasst und auch nicht mehr ganz so siegessicher – an, “Herr Winks, haben sie noch mehr solcher Zeugen?! Im schlimmsten Fall wird das hier sehr teuer – für sie!”. “Ich versichere ihnen: ich hab’ mich mit meinen Zeugen nach der Tat unterhalten und alle waren sich sicher, dass die Scheibe schon vorher kaputt war, es, … es ist einfach zu viel Zeit vergangen, nehme ich an.”. “Na gut, zwei haben wir noch. Ich rufe Matthias Hansen in den Zeugenstand.”. Endlich, Hansen. der hatte mich noch nie im Stich gelassen.
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Aus “Der junge MC”: Meine erste Gerichtsverhandlung (Anekdote, Teil 1)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 18.02.2013 um 09:00 Uhr

Auch mit dieser Geschichte musste ich warten, in meiner Situation als Angestellter erzählt man ja ungern, dass man überhaupt schon einmal vor Gericht stand, außerdem: so ganz unschuldig war ich ja auch nicht. Der Vorwurf: die Betreiberin unseres ehemaligen Stammclubs (= “Ströhemann-Brinck” Discothek) erstattete Anzeige gegen mich, weil ich einen Müllsackständer vor dem Club in Richtung Eingangsbereich geschleudert und dabei die geschwungene und wie sich später herausstellte recht teure (3.500 DM) Schaufenster-Scheibe eingeschlagen haben soll. Zumindest hatte diese einen Riss. Fakt ist: ich war an diesem Abend extrem gut drauf und bin mit meiner überschwänglichen Goodvibe-Choreo dem Personal auf die Nerven gegangen. Rückblickend kann ich das sogar nachvollziehen, immerhin fand besagte Tanz-Darbietng auf den wackeligen Bistro-Tischen statt. Man begleitete mich also unter großem Protest meinerseits vor die Tür, wo ich bevor ich in ein Taxi stieg tatsächlich diesen Müllsackständer umwarf, allerdings einfach nur zu Boden, fünf Meter von der Scheibe entfernt und das ist die volle Wahrheit. Wenn ich die Scheibe zerstört hätte, dann würde ich das jetzt, 20 Jahre später, zugeben.

Die Vorladung wurde von meiner Mutter abgefangen, die natürlich auch wissen wollte, was an besagtem Abend passiert ist. “Ach, ich hab’ damit nichts zu tun. Die suchen nur einen Dummen, dem sie das mit ihrer Scheibe unterschieben können – ich habe Zeugen genug, Mama. Mir kann da nichts passieren, keine Sorge!”. Und Zeugen hätte ich wirklich:
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Aus “Der junge MC”: Mental-Props an Rightwatch Richter und Shlongensen

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Sports | 28.01.2013 um 09:30 Uhr

Die Geschichte mit Rightwatch Richter ist jetzt wirklich schon 15 Jahre her, ich war gerade relativ neu im Gym (damals das “Swiss” in der Feldstraße/Kiel; ich wohnte da in der Nähe) und Ende 1997 war ich mal für 3 Monate arbeitslos, konnte also schon vormittags trainieren gehen, inklusive ausgedehntem Saunawalk & seim Sohn, war eigentlich ganz schön. Eines Vormittages trainierte hier eine jüngere Dame, die für die damalige Zeit recht zeigefreudig daherkam. Als Mann nimmt man sowas zur Kenntnis, scannt 2-3x heimlich drüber und gibt Mental-Props für den lieblichen Fleischbalkon (also, man denkt sich die anerkennenden Worte nur. Eigentlich sollte man hingehen, “Junge Frau, Hut ab! Meines Erachtens ist das makelloses Dekolletée, ich wünschen ihnen und ihrem Freund weiterhin viel Spaß damit!”, aber geht ja nicht, dann bricht im Netz wieder ein #aufschrei-Flashmob aus, peinlich). Besagte Lady saß ganz rechts auf einem Rudergerät und der Typ, den sie Richter nannten, stand links vor ihr auf dem Stepper. Und daneben stand ich und ja, ich benutze auch heute noch Stepper statt Laufband, auch wenn viele das gay finden, es ist a) effektiver und b) schont man seine Sneakers, weil man ja quasi nur auf der Stelle tritt. Das heisst, man kann auch ruhig mal seine neuen Air Max im Gym tragen, was eh das Wichtigste ist.

Und Richter starrte. Kein flüchtiger Blick, kein Scannen, der Typ glotze, als ob sich in seiner Iris und in ihrer Glandula Mammaria Magnete befänden befünden. Er hörte nicht auf, sein Blick blieb wie festgefroren, ich war kurz davor, den Homie anzuzählen, bis er irgendwann den Stepper verliess und rechtsguckend Richtung Info-Tresen lief. Auch die nächsten Geräte bediente er mit dem Kopf nach rechts gerichtet, ich fragte also aufgeregt nach, “Sach mal, der Jackson da hinten auf dem Butterfly, hat der…”, “Nackenstarre. Das ist schon seit 2 Jahren so!”, fiel mir der Trainer ins Wort. Zum Glück hatte ich nichts gesagt. Allein der Gedanke an sein Auto, Gas und Bremse müssen sich im Innenraum irgendwo unter der Tür befinden. Und was ist erst los, wenn Rightwatch in den Bus steigt und es gibt nur noch Fensterplätze auf der linken Seite? Sünde.
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Ein Tag mit Firma “Kugellager Hasselhardt”

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature, Streetstyle | 14.01.2013 um 09:00 Uhr

Die Montage waren immer das Schlimmste in meinen Jahren als Angestellter. Wir hatten seinerzeit ein Callcenter, welches die Termine für mich als Außendienstmitarbeiter koordinieren sollte. Recht schnell hab ich den Brüdern beigebracht, mir niemals einen Termin vor 10.00h zu machen, an Montagen frühestens ab 11.00h. Das Ganze war natürlich eine MC Winkel/CallCenter-interne Regelung, über die ich erst jetzt, 10 Jahre später, reden kann. Aber bis auf diesen einen Montag funktionierte das ganz gut.

Dieser eine Montag war glaub’ ich der Besonderste in meiner Zeit als Account Manager, wie es damals so halbgay auf meiner Visitenkarte stand. Der erste Termin musste leider für 8.00h angesetzt werden, weil ich im Anschluss dann noch zu zwei weiteren Niederlassung derselben Firma fahren sollte. Das war die Zeit, in der ich am Wochenende noch regelmäßig feiern ging und am Sonntag selten vor 8.00h morgens zuhause war. Und nur 24 Stunden später dann der sogenannte Business-Termin, ich war befahnt wie der Reichstag und fühlte mich blümeranter als Fleurop Platinkarten-Kunden, aber es ging wohl nicht anders. Ich fuhr von zuhause aus direkt zu dieser Firma in den Grasweg in Kiel.
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LAX – Mein goldenes Fettnäpfchen 2012

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature | 17.12.2012 um 08:45 Uhr

MC Winkel aka Don Fatnap. Je älter ich werde, umso peinlicher fallen die unangenehmen Zwischenfälle aus. Liegt vermutlich daran, dass ich mich als Freiberufler nach drei Jahren nun auch um 300% freier fühle. Als Angestellter hab’ ich mich zwar auch immer schon weiter aus dem Fenster gelehnt als balkonlose Kettenraucher mit Asthma-krankem Partner, aber da setzte im letzten Moment immer noch so eine Art Peinlichkeitsschutz ein, der vor Allem meinen Arbeitgeber vor größeren Blamagen rettete, aber der scheint inzwischen irgendwie verblasst.

Nun bin ich dieses Jahr ja wirklich ziemlich rumgekommen und habe alle möglichen Sorten von Menschen an den unterschiedlichsten Passkontrollen der Welt gesehen. Es gibt die Chiller, die einen nur kurz angucken, zwei Fragen stellen ohne sich für die Antworten zu interessieren, stempeln und den Pass direkt zurückgeben. Dann gibt es Kuba, wo man im Vorfelde Fragenkataloge in der größe des Tokio’schen Telefonbuchs ausfüllen musste, am Schalter selbst war’s dann aber verhältnismäßig harmlos. Im Gegensatz zu den USA, genauer: am LAX in Los Angeles, wo man seit 9/11 Besucher skeptischer beäugt als Homöopathen Antibiotika (übrigens, hier wird in einem Satz beschrieben, wie Homöopathie funktioniert). Und auf so einen neunmalklugen, hakenbenasten Lispeljackson wie mich haben sie da am Schalter natürlich nur gewartet. Na klar war ich müde, so ein Flug nach L.A. ist lang. Vielleicht hatte mich die Schlaftablette auch etwas dizzy gemacht, vielleicht suche ich Trottelbirne aber auch nur nach Ausreden, denn so ein dämliches Verhalten hat selbst Lothar Matthäus’ Management noch nicht erlebt, und denen dürften inzwischen auch die Arme über dem Kopf zusammengewachsen sein.
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Über Medikamentenphobie und Kommunikationskulturverweigerung

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Diary, Feature, Netzkram | 10.12.2012 um 00:00 Uhr

Was ich ja auch immer wieder höre und wo ich mir vor Unverständnis meine Arme hart über dem Kopf zusammenschlage: “Also ich bin ja so’n Typ, ich nehme niemals irgendwelche Medikamente!”. Wenn Du der Meinung bist, dass das für Dich cool ist: Herzlichen Glückwunsch. Dennoch: das ist ziemlich doof, mein Sohn. Ich hatte vor ein paar Jahren mal einen kleineren Eingriff, etwas, was mit lokaler Betäubung durchaus behandelbar gewesen wäre. Dennoch bot man mir eine Vollnarkose an, mit weniger Wimpernzucken als Alopecia Universalis-Patienten. Ich willigte ein, denn a) mag ich diesen Flash und b) finde ich es eh besser, möglichst wenig von der OP mitzubekommen, ich kann je eh nicht helfen. Toll war das, der Anästhesist schenkte ein und ich sackte weg wie Urologen bei der Sterilisierung.

Als ich aufwachte hatte ich keinerlei Schmerzen, trotzdem stand der Anästhesist immer noch im Raum und erwähnte, dass wenn immer ich auch nur den Hauch eines Schmerzes empfinden würde, ich doch die Notglocke betätigen möge, damit man mir Tropf’ös nachschenken könne. Er sagte “beim heutigen Stand der Medizin gibt es keinen Grund mehr, Menschen irgendwelchen Schmerzen auszusetzen, man kann Alles regulieren!”. Diesen Satz habe ich mir gemerkt, er erleichtert mein Leben ungemein. Bin ich verkatert gibt’s zwei Paracetamol, wenn ich im Flieger nicht schlafen kann gibt es Zolpidem und bei Thinshit darf es eine Immodium sein. Gegen Kratzer gibt es Bepanthen, bei Verspannungen Tiger Balm, bei Lumbago ABC-Pflaster, außerdem täglich die Vitamin-, Magnesium-, Calcium- und Zink-Teblette, immer her damit! Mir geht es gut und das soll so bleiben, was hab’ ich davon, keine Medikamente zu nehmen, wenn irgendwas ist? Ich quäle mich durch den (dann entsprechend miesen) Tag, altere schneller, werde vermutlich aufgrund meiner zahlreichen, unbehandelten Leiden/Gebrechen grätzig zu meinen Mitmenschen; bitch please!
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Aus “Der junge MC”: November Rain 1989 (Anekdote)

MC Winkel · Abgelegt: Der junge MC, Feature, Streetstyle | 03.12.2012 um 09:00 Uhr

Mal wieder ein kleiner Schwank aus meiner Jugend, weil ich gerade am Wochenende mit einem Freund über diesen denkwürdigen Abend im November 1989 sprach, eine Nacht mit überdurchschnittlich viele Ereignissen. Angefangen beim klassischen Treffen, wie jeden Samstag um 18.00 an unserer Schule, alle Mitglieder unserer Padergang (aka “Pader Ruler”) waren dabei, Hansen brachte seinen Ghettoblaster mit und alle waren gespannt, was der Abend so bringen würde. Hinzu kam die Besonderheit, dass bis auf wenige Mitglieder die Padergang gerade Hausverbot in unserem Stammclub (Tanzschule Ströhemann-Brinck, “Ströh”) hatte und somit ohnehin unklar war, was man unternehmen würde. Eine Idee kam Markus, als er sich Jerrys Schlüssel auslieh, um sich damit ein Flaschenbier zu öffnen. Ein Vorwand, wie Tapeten, und natürlich vergaß er, diesen zurückzugeben. Jerry hatte seinerzeit eine Freundin und kein Hausverbot im Club, was ein Großteil unserer Gang verachtete. Markus kam also mit der Idee, in Jerrys Abwesenheit einfach bei ihm zuhause – genauer: im Haus seiner Eltern weiterzufeiern.

Die Idee kam nicht überall gut an, besonders nicht bei Marius, der an diesem Abend seine neue Gaspistole ausprobieren wollte. Marius war immer so ein Alles-Mitmacher, zuerst kaufte er sich jede einzelne Ausgabe vom Yps!-Magazin (btw: natürlich ist die neu aufgelegte Yps! nicht mehr so geil wie früher, es sind knapp 30 Jahre vergangen, man kann keine Party 2x feiern. Außerdem bleibt nichts aus den 80ern ewig cool, bis auf MJs Thriller, Air Max 1 und MC Winkel), dann wurde er Hobby CB-Funker und naja, wenig später waren halt Gaspistolen halt irgendwie en vogue. So teilte sich die Gruppe also auf, ein paar gingen zum Haus der Eltern von Jerry, einige wenige ins oder vor das “Ströh” und der Rest ging direkt an die Küste. Hier war es ein Hobby, beim Bier Billard zu spielen (“pieksen” sagte man damals dazu) und anschließend eine Runde durch Eros Center und Palais D’Amour zu drehen. Hier roch es immer so nach Unterwelt und auch wenn von uns noch nicht Jeder volljährig war; wir waren jetzt bewaffnet!
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