The KoolNOT-Chronicles: Abteilungsübergreifendes Quergewämsel

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature | 24.06.2013 um 09:00 Uhr

Die Firma, für die ich vor ein paar Jahren mal gearbeitet habe, wird nach einer klassischen Heuschrecken-Übernahme gerade ziemlich hart auseinandergepflockt. Es war wirklich eine der besten Entscheidungen meines Lebens, dort vor 4 Jahren gegangen zu sein. Auch wenn wirklich nicht alles Scheiße war, es gab ja schon auch ein paar lustige Dinge. Allerdings eher unfreiwillig lustig. Man muss sich vorstellen: in Spitzenzeiten waren 30% des gesamten Personals miteinander liiert. Hab’ ich in dieser Form wirklich noch nie erlebt/gehört, da wurde in der Firmenküche gefummelt, im Lager geknutscht und im Parkhaus gespleast. Das lag einfach daran, dass die Mitarbeiter bored-out waren. Jede Abteilung war hoffnungslos überbesetzt, die Arbeit hätte man auch mit 60% der Belegschaft verrichten können – und aus dieser Langeweile heraus wurd’ halt Abteilungs-übergreifend quergewämselt.

Ich hielt mich da aus drei Gründen raus, a) hatte ich den Mist ja gerade erst hinter mir, b) nutzte ich freie Zeitfenster lieber zum Bloggen, weil ich vor 10 Jahren schon wusste, dass mir dieser Bullshit ein Leben bringen wird, welches mich in einem Jahr nach Mauritius, auf die Seychellen und auf die Malediven bringen wird im Internet ein paar mehr ähnlich gesinnte Menschen kennenlernte und c) gab es politische Gründe. Ich will ehrlich sein: die Kleine aus dem Kundenservice (kleine Füße, große Brüste), da wär’ ich zur Not schon einmal beigegangen. Aber war nicht drin, weil sich sowas herumspricht wie Kommunizierende links und rechts von einer Litfaßsäule. Und wenn ihre Abteilungs-Kollegin, mit der ich aus niederen Bequemlichkeitssicherungsgründen flirtete, davon erfahren würde, dann wären in Zukunft wieder Tagesberichte Trumpf gewesen – mein sicherer Untergang. Am Rande: ich liess mir sogar auf der Weihnachtsfeier nichts anmerken, als sie mich unsittlich berührte (unter dem Tisch mit dem Fuß. Sie hatte nur leider vegessen, ihre Cowboy-Stiefel (!) auszuziehen. Only @ KoolNOT) und mir im Bus auf der Rückfahrt von ihren Toys erzählte. Das war Mobbing, sexuelle Belästigung, seelischer Magna Carta. Zum Betriebsrat konnte ich damals nur nicht, weil, der war sie.
» Weiterlesen…

Pin It



Ein Tag mit Firma “Kugellager Hasselhardt”

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature, Streetstyle | 14.01.2013 um 09:00 Uhr

Die Montage waren immer das Schlimmste in meinen Jahren als Angestellter. Wir hatten seinerzeit ein Callcenter, welches die Termine für mich als Außendienstmitarbeiter koordinieren sollte. Recht schnell hab ich den Brüdern beigebracht, mir niemals einen Termin vor 10.00h zu machen, an Montagen frühestens ab 11.00h. Das Ganze war natürlich eine MC Winkel/CallCenter-interne Regelung, über die ich erst jetzt, 10 Jahre später, reden kann. Aber bis auf diesen einen Montag funktionierte das ganz gut.

Dieser eine Montag war glaub’ ich der Besonderste in meiner Zeit als Account Manager, wie es damals so halbgay auf meiner Visitenkarte stand. Der erste Termin musste leider für 8.00h angesetzt werden, weil ich im Anschluss dann noch zu zwei weiteren Niederlassung derselben Firma fahren sollte. Das war die Zeit, in der ich am Wochenende noch regelmäßig feiern ging und am Sonntag selten vor 8.00h morgens zuhause war. Und nur 24 Stunden später dann der sogenannte Business-Termin, ich war befahnt wie der Reichstag und fühlte mich blümeranter als Fleurop Platinkarten-Kunden, aber es ging wohl nicht anders. Ich fuhr von zuhause aus direkt zu dieser Firma in den Grasweg in Kiel.
» Weiterlesen…

Pin It



Die Kleinkriminelle Katey und der Waschbär

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature, Funny Shizznits, Netzkram | 27.08.2012 um 00:00 Uhr

Katey lernte ich über einen jüngeren Arbeitskollegen kennen, der mich eine Zeit lang im Außendienst begleitete. Sie war die lustigste, gutaussehendste und wahnsinnigste Kleinkriminelle, die ich je traf. Sie verkaufte Gras und noch ein paar andere, weiche bis mittelelastische Drogen, wovon sie ihre Miete und weitere Fixkosten zahlte. Sie war in den 2 Jahren, in denen ich sie kannte, eigentlich immer zuhause, sah den ganzen Tag “King of Queens”, hörte Rap-Musik und rauchte Bong. Sie wohnte nicht unweit des miesesten Hochhaus der Stadt, am Anfang der Hamburger Chaussee. Mein Kollege I. äußerte den Wunsch, bei besagter Dame mal etwas Weed abzuholen, wo wir doch gerade auf der Ecke waren. Nicht viel, so 20g wöchentlicher Eigengebrauch, ich könne gerne mit hochkommen. “Na das guck’ ich mir an! Aber nicht direkt oben kiffen, wir müssen ja noch zurück ins Büro, nä!”. “Klar, auf gar keinen Fall! Katey ist entspannt, sie wird Dir gefallen.”.

Bereits im Treppenhaus roch es nach verbranntem Gras, dabei wohnte Katey im vierten Stock. Das Bonggeblubbere und eine Lache, irgendwo in der Mitte von Tom Hanks in “Geschenkt ist noch zu teuer” und Rick Ross mit Hagebuttenkernen im Bart, vernahm ich jedoch bereits im zweiten Stock. Die Tür war nicht abgeschlossen, Gäste konnten den Handknauf selbstständig benutzen und so standen wir auch schon direkt in Kateys Wohnzimmer. “Na Du Pfeife, wieder’n büschen Haze? Und wer ist der Typ?”, fragte sie, während sie weiter Richtung Fernseher starrte. “I… ich bin der Winkelsen, äh, ein Kollege von I. und ich w”, “Auch Gras?”, fiel sie mir ins Wort. “Nein.”. Sie nickte und übergab den Bong an I., der sofort ansetzte. Ich erkannte die Verlässlichkeit seiner Worte, setzte mich erstmal hin und hörten den beiden zu.
» Weiterlesen…

Pin It



NTBA Auseinanderklabüsterei mit Wundheilsalbe

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Diary, Feature | 30.07.2012 um 00:00 Uhr

Ein Tag wie jeder andere im Büro, nur dass der tägliche Gruß von einem weltfremden Waldschrat mit Wundheilsalbengeruch statt vom Murmeltier kam. “Grüß Dich!”. Auch nach Jahren merkte er nicht, dass 95% der Belegschaft die zeitgemäßere Form von “Du mich auch” (die mit dem F-Wort) auf den Lippen hatte, es aber aus Mitleidsgründen nie rüberbrachte. Auch heute noch bin ich überzeugt, dass jeder zweite Mitarbeiter unsichtbare Piercings in den Mundwinkeln gehabt haben muss, mit daran baumelden 5kg-Gewichten, die 8kg wogen, wenn nicht 10 11. Menschen mit längeren Gesichtern als Bert oder Fury, Miesepeters und -petrettes wohin das Auge reicht. Einziger Lichtblick war Empfangsbeeyotch Tanja, allerdings nicht, weil sie so gut aussah – sie war einfach nur so doof, dass die Schweine sie bissen. Aber halt unterhaltsam. Zynismus ist der Humor der Frustrierten und hier gab’s ja genug, inklusive mir.

Bis ich am Nachmittag in der Praxis Petersen ankam, Kundentermin. Der Chef wäre nicht da, ich möge doch alles mit der Assistentin abkaspern. Auch so ein Kleinstadtwort, abkaspern. Abfrühstücken. Beschnacken. Auseinanderklabüstern. Ich find’s ja sympathisch, eigentlich schade, dass man überall woanders dafür ausgelacht wird. Die Assistentin war ein – wie wir früher sagten – Augenschmaus. Heute sagt man Sau; etwas unromatischer, aber on-point, es ist halt immer wenig Zeit. Sie wies so die Classics vor, eine Makeup-Schicht, wo Schicht mehr Euphemismus für Krustenbelag, wenn nicht Bitumen war. Leuchtender Lippenstift, orange, rosa, rot – fragt mich nicht. Irgendwas, was scheiße aussieht aber geil macht, halt dieses Sasha Grey-Phänomen. “Herr Winkelsen, na dann kommen sie mal mit – ins BeHAndlungszimmer!”, das “ha” Behandlung habe ich groß geschrieben, weil sie es so “HAH” (englisch “huh”) aussprach, zur Verdeutlichung.
» Weiterlesen…

Pin It



“Be my Parkometer!” – Verwirrung am Hängeregistraturschrank

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature, Gossip | 20.02.2012 um 00:00 Uhr

Ein Bekannter berichtete mir neulich über ein paar Besonderheiten innerhalb seiner Firma (mit Sitz in Kehl, Metier: Energieversorung, 80 Mitarbeiter). Unglaubliche Einmaligkeiten, die ich in dieser Form zuvor noch nie gehört habe, ich muss Euch das heute mal erzählen.

In den letzten paar Jahren seien dort drei Mitarbeiter Marmel-seitig durchgeschnalzt. Also, kein einfacher, Rangnick’scher Ausbrenner mit drei Wochen Ausschlafen und alles läuft wieder – nein, so richtig mit Einweisung, Kur und anschließender, psychologischer Langzeitbetreuung. Überboten werden kann dieses Phänomen noch vom innerbetrieblichen Paarbilderism – 27 der 80 Mitarbeiter (33,75%) haben in den letzten paar Jahren miteinander herumgedietschert, aktuell würde es resultierend daraus immer noch ein halbes Dutzend (17,5%) funktionierende Beziehungen geben, ein Irrsinn. Gerade bei Angestellten ist doch das Büro die einzige Rückzugsmöglichkeit vom/von der zahnbehaarten PartnerIn. Ich fragte, wie es denn so wäre, wenn jeder Dritte in dem Laden eine/n oder mehrere KollegInnen bereits einmal knieend von hinten gesehen hätte – und ich sollte es erfahren:
» Weiterlesen…

Pin It



Manchmal muss es halt auch mal ein Mandelhörnchen sein

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 06.02.2012 um 00:00 Uhr

Anfang dieses Jahrhunderts, im Büro war die Stimmung gerade nicht die Allerbeste. Die kleine Liaison mit meiner damaligen Assistentin musste ich mehr oder weniger stunden, da sie partout nicht einsehen wollte, dass ich eine Bibämsualität im Rahmen unserer gemeinsamen Zeit nicht dulden wollte, auch wenn es dabei um ihren Freund ging. “Ramona, wie stellst Du Dir das vor? Erst läuft da was bei Euch und wir sehen uns später? Wenn ich auf Cremelawinen stünde, wäre ich Konditor geworden.”. Sich von ihrem Freund trennen konnte sie aber auch nicht. Er war Millionär, sie wohnten in seiner Villa am Stadtrand, mit einer täglichen Haushälterin, die sogar kochte. Ramonas einziger Job war es also, 24/7 libidös und abrufbereit zu sein. Naja, und hin und wieder Blumengießen.

Jedenfalls kam ich seinerzeit immer nur vormittags kurz ins Büro. Ich kümmerte mich nur schnell um die dienstlichen E-Mails, dann etwas ausführlicher um die Privaten, las noch 10-20 Blogs und fuhr dann zum ersten Außentermin. Manchmal hatte ich im Anschluss noch etwas Luft, also so 2-3 Stunden zum nächsten Termin zu überbrücken. Wenn das Wetter schön war, fuhr ich gerne an den Strand, kaufte mir ein schönes Mandelhörnchen und einen Becher Kaffee, setzte mich auf eine Bank an der Promenade und rauchte eine Filterzigarette. Manchmal zog ich die Packungsfolie ein Stückchen vor, brannte mit der Glut seitlich ein Löchlein in die Folie und pustete dann etwas Rauch hinein. Wenn ich dann mit dem Zeigefinger vorsichtig gegen die Folie klopfte, kamen kleine Rauchringe aus der Packung, was lustig aussah und auch nur gemacht wurde, weil es weder Smartphones noch UMTS gab.
» Weiterlesen…

Pin It



Corpus Becacti

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 14.12.2011 um 00:02 Uhr

Mein heutiger Beitrag ist dem Arschloch gewidmet und damit meine ich nicht Uwe Voigt. Gemeint ist eher das Anatomische, das ist viel sensibler als Uwe Voigt und obwohl es im Laufe eines Lebens mehr Stuhl produziert als IKEA noch lange nicht so braun. Gemeinhin gilt ja der Mythos, es gibt auf der Welt nichts, was mehr verarscht wird als Toilettenpapier. Mit Ausnahme von Windeln und Sesselliften vielleicht, die aber ja mehr so saisonal. Heute muss ich diese Illusion beenden, ich kenne da nämlich Jemanden, bei dem das Toilettenpapier den Spieß umgedreht hat wie Selçuk von Döner Clausen zur Rush-Hour:

Wobei, persönlich kannte ich den besagten Herren und ehemaligen Arbeitskollegen nicht wirklich näher. Ein ganz normaler Kieler, 9to5 und 2x Sport unter der Woche (Tischtennis! Bei absoluter offthehook-Tagesform und der Sonne im Zenith auch gerne Federball), am Samstag Wagenwäsche und ficken, Sonntags Tatort. Ein paninöses Abziehbild mit Phil Collins im Autoradio (nur die neuen Sachen, als er schlecht wurde), HTC-Handy und Güddelmusszudenschuhebasse. Jemand, den man sogar aus versehen rechts überholt und wenn ein durchschnittliches Menschenleben nur ein Furz im Raum-Zeit-Kontinuum ist, so ist sein Leben der im Nichts verschwindende Nachhall ebendieses in der Subkontraoktave C2. Was ich dennoch an ihm mochte: nichts. Na gut, er räumte oft den Firmen-Geschirrspüler aus, das war okay, wenn mir bisweilen aber auch etwas zu laut.
» Weiterlesen…

Pin It



Nur zu Deiner eigenen Sicherheit

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 05.12.2011 um 00:00 Uhr

Ich erinnere mich ungern an eine alte Kollegin zurück, deren Hauptargument bei der Übermittlung unvorteilhafter Arbeitsanweisungen immer ein “ist ja nur für Deine eigenen Sicherheit!” war. Als Freiheits-bevorzugender Mensch pfiff ich damals bereits auf Alles, was mir angeblich mehr Sicherheit verschaffen würde, ich fühlte mich eigentlich ganz wohl so, wie es gerade war, nahm so lästige Sicherheitsmaßnahmen wie Kondome, Anschschnallgurte und Schluckimpfungen gelegentlich in Kauf, dann war aber auch gut. Beispielsweise sollte erstmals eine elektronischen Zeiterfassung installiert werden, natürlich “zur eigenen Sicherheit”. Dass sowas ausschließlich der Mitarbeiterüberwachung und vorsätzlichen Abmahnabsichten aufgrund kleincojonöser Machtausübungsherumhurereien dient, weiß vermutlich selbst die Putzfrau – in diesem Zusammenhang aber auch ein Paradoxon, weil diese eh cleverer war als 6 von 8 Abteilungsleiter, zusätzlich aber auch noch Fugenfit und SchimmelEx konnte.

Dann kam sie eines Tages mit eine Wisch daher, auf dem ich etwaige Nebenjobs zu deklarieren hatte. Ich selbst hielt diesen Move für fruchtloser als Capri Sonne, so’n büschen Bloggen und Musizieren nebenbei – warum musste sowas dokumentiert werden? Natürlich zu meiner eigenen Sicherheit. Auf Rückfrage, welcher meiner lieber Kollegen denn darum gebeten hätte, gab es keine Auskunft. Kein Wunder, dass Deutschlands Angestellte ausbrennen, Paranoid werden und/oder Andrea Berg hören, man wird da ja mit Anlauf hineingetrieben.
» Weiterlesen…

Pin It



Trockenbau-Fugenkelle: Victims of Betaisierung

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 14.11.2011 um 00:35 Uhr

Lasst Pabba Winkelsen heute doch bitte nochmal Einen aus seinem reichhaltigen Portfolio an zwischenmenschlichem Sozialknowledge kicken, denn wenn ich eines im Leben gelernt habe: die größten Arschlöcher der Welt sind immer verbetaisierte Männer, denen zufällig etwas Macht in den Schoß fiel, welche auf das Asozialste missbraucht wird, um eigene Hilflosigkeiten zu vertuschen. Zunächst: Betaisierung. Alle Ein eher kleiner, prozentualer Anteil an Frauen haben im Leben nur eine Aufgabe: sich ein männliches Alphatier zu schnappen und es psychisch und seelisch zu zerstören, zu betaisieren. Das fängt mit demütigenden Einkaufsbefehlen an (“bringst Du bitte feuchtes Toilettenpapier und Tampons mit?”), geht über verächtliche Haushaltsinstruktionen (“Entferne den Urinstein. Und reinige doch bitte meine Hornhautraspel. Mit dem Mund.”) und endet bei Einschränkungen seiner persönlicher Vorlieben (“Schon wieder Stammtisch? Das war doch erst vor 8 Monaten!”). Es soll sogar Frauen geben, die bis zum Äußersten gehen und Fussmassagen einfordern.

Das Schlimme ist: viele Männer wollen einfach ihre Ruhe haben, machen dieses Gebaren aus Harmonie-Gründen mit und merken gar nicht, dass sie sukzessive entskrotumisiert werden/wurden. Ist es dann erst einmal zu spät, wirken die Betaisierten auf ihr Umfeld wie ferngesteuert. Sie kaufen sich Nickelbrillen, geben Interviews nur noch zusammen mit ihren Frauen aus dem Schlafzimmer heraus. Sie tragen den Namen ihrer Herrin in mieser Gold-Typo um den Hals und ganz ehrlich: was Dieter Bohlen der deutschen Musikkultur angetan hat (und immer noch antut) ist unverzeihlich, aber davor, dass er diese Nora-Kuh seinerzeit nicht auslöschte, ziehe ich meinen Hut. Massive Props, er muss gelitten haben wie Albinos in den Freibädern Ugandas, die Mittags ein Sonnencreme-, Schirm- und Hut-Verbot aussprechen.

» Weiterlesen…

Pin It



Endlich 17: “Moin Lil’ MC, alles Gude noma’ und stell mal kalt.”

MC Winkel · Abgelegt: coolnut chronicles, Der junge MC, Feature | 07.11.2011 um 00:10 Uhr

Tagsüber in der Schule verhielten sich alle normal, es schien mir so, als würde weiter nichts Ungewöhnliches passieren an meinem heutigen, siebzehnten Geburtstag, den sogar ein paar meiner Freunde offensichtlich vergessen hatten. Mit einer Überraschungsparty rechnete ich zwar, aber nicht fest. Wie ihr vielleicht wisst, verlebte ich einen Teil meiner Jugend in einer eher rohen Gegend Kiels. Bei uns in der Hood standen die Freunde bei Überraschungsparties nicht mit Pullunder und Konfetti im dunklen Wohnzimmer und warteten auf den nichtsahnenden Geburtstägler, der beim Einschalten des Lichtes hochlebend besungen und mit Sachertorte begrüßt wird – in meinem Fall war es (zur großen Freude meiner lieben Frau Mama) die komplette Paderborner-Ruler Gang, die mich mit 12 Mann und 6 Paletten Bier mit “Moin Lil’ MC, alles Gude noma’ und stell mal kalt.” beglückwünschte. “Ach wie lieb, Cadden. Aber, … aber warum 144 Bier, wir sind 13 Leute und es ist Dienstag!”, “Ja ich weiß, Dings kommt nach und wenns eng wird soll er noch an die Tanke hab’ ich gesagt”.

Natürlich kenn ich noch die Namen, ist ja auch erst 20 10 Jahre her: Cadden, Svenny, MHW, Olli, Lumpi, Todden, Moser, Jerry, Hansen, Stasenberger, Ähne, Stehwe und Dings und an Dings echten Namen kann ich mich einfach nicht erinnern, weil Dings ein eher langweiliger Zeitgenosse war. Außerdem war der Name etwas komplizierter, was auch so eine Unart ist. Langweilige Menschen sollten per se kürzere Namen haben, damit man sie sich leichter merken kann. Am besten wäre, sie bestünden nur aus zwei Buchstaben, oder einem Vokal. Wobei einige Menschen noch nicht einmal einen Buchstaben verdient hätten, mein ehemaliger Vorgesetzter zum Beispiel. Der war so beliebig, der hätte nicht mal einen Konsonanten, was rede ich, nicht ein Apostroph verdient. Allerhöchstens einen angedeuteten Sprachlaut aus dem nordchinesischen Mandarin, dann ist aber auch gut. Aber zurück zur Party, wir steigen bei Bier 70 nochmal ein.
» Weiterlesen…

Pin It



Nächste Seite

Sponsors:

Follow WHUDAT:

Sponsors: