Montagskolumne: Ich glaube, ich wandle schlaf.

Ein paar komische Ereignisse haben sich in diesem Jahr bereits zugetragen, die ich mal kurz mit Euch teilen wollten, weil: ich hab‘ gerade wirklich büschen Schiss. Vor mir selbst, wenn man so will, weil ich glaube, ich wandle schlaf.

Es wäre jedenfalls nicht das erste Mal in meinem Leben. Bis heute gibt es auch nur eine Zeugin, die meinen Schlafwandlerismus live miterlebt und mir am nächsten Morgen davon berichtet hat, allerdings ist sie mittlerweile tot! Die Rede ist von meiner Oma, die mich beobachtete, als ich mit nur einer Socke, einer Boxershort und einem T-Shirt von der Wohnung durch das Treppenhaus zum Müllschlucker marschierte, um meinen Schlaf dort fortzusetzen. Omma wurde wach, als sie mich seinerzeit im Kinderzimmer poltern hörte. Sie sprach mich sogar an, während ich völlig verwirrt den öffentlichen Müllschlucker als neues Hauptschlafdomizil zu picken drohte. Ich schien jedoch nicht den allergrößten Bock auf Konversation gehabt zu haben, mein Gesichtsausdruck war gleichgültiger als freizuschaltene SIM-Karten, außerdem murmelte ich etwas von Weltkrieg und Schutzbunker und so. Jedenfalls bin ich recht schnell zurück in mein Bett gekrochen, wusste am nächsten Tag rein gar nichts mehr von diesem Vorfall und liess mir von Omma bestätigen, dass es sich um einen eher nicht ganz normalen Move meinerseits handelte.

In der Zwischenzeit dachte ich, ich hätte mir das abgewöhnt.

Was aber leider wohl nicht der Fall ist. Vor 3-4 Wochen kam ich nach dem Ausschlafen am frühen Nachmittag in das obere Geschoss meiner Wohnung und musste feststellen, dass der Fernseher noch eingeschaltet war, mit Bild und Ton. Nun kann man sicherlich mal vergessen, das ein oder andere Endgerät auszuschalten, bevor man sich nachts hinlegt. Allerdings würde mir das nie passieren, ich quadruplecheck sowas immer achtfach, ich hab‘ Euch ja schon erzählt, wie teuer Strom in Spanien ist. Jedenfalls waren sowohl Haus- als auch Terrassentür verschlossen und die Schlüssel steckten von innen. Trotzdem würde ich mir ab sofort etwas vor die Tür stellen, was beim Öffnen umfallen und mich aufwachen würde, das war wohl klar. Ich entschied mich für den zusammengeklappten Wäscheständer.

Und dann in der vergangenen Woche schon wieder, es wurde sogar noch einer draufgesetzt wie bei den Facesitting World Championships 2016 im niederholländischen Vakum van den Ploppn: neben dem Fernsehgerät war auch noch die Klimaanlage aktiv (auf 24°, exakt meine Temperatur!), es brannte eine Tischlampe und auf dem Boden lagen überall Chips-Krümel. Ich weiß, Euch wird jetzt der Unterkiefer aus dem Maul fallen, aber zieht Euch das rein: der Wäscheständer stand noch! Es war also erneut meine Schuld, ohne dass ich mich auch nur im Entferntesten daran erinnern konnte. Sollte ich in den kommenden Tagen mit nur einer Socke, zerzaustem Haar und einem wirren Blick vor Eurer Haustür stehen: könntet Ihr bitte ein Laken in den Müllschlucker-Raum legen und mich zudecken? Ich bleib auch nicht lang.
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[Disclaimer: ich kann „schlafwandeln“ korrekt konjugieren aber so klingt geiler]

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Kommentare

2 Antworten zu “Montagskolumne: Ich glaube, ich wandle schlaf.”

  1. Chnuebli sagt:

    Du suchst nur eine Ausrede für das nächtliche Binge eating damit du im Sommer eine Ausrede hast! Nämlich.

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  2. frauvau sagt:

    Endlich ist der ‚alte‘ MC wieder da…
    Ich hab leider keinen Müllschlucker, aber wir finden schon was adäquates für dich!

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